In diesem Artikel geht es heute darum, welche Aufgaben Altenpfleger in der stationären und ambulanten Pflege haben – also das Arbeiten in einem Seniorenheim, Krankenhaus oder Pflegedienst. Das Tätigkeitsfeld eines Altenpflegers oder einer Altenpflegerin unterscheidet sich in einigen Punkten von dem der Krankenschwester oder des Krankenpflegers. Wenngleich es sich bei beiden Berufen um einen Pflegeberuf handelt, sind die Schwerpunkte jedoch sehr unterschiedlich gelagert.

Aufgaben Altenpfleger

Die Aufgaben des Altenpflegers sind vielseitig und abwechslungsreich. Egal ob Alten- oder Krankenpflege, man bekommt sehr viel von seinen Bewohnern zurück (M. Baier, Altenpflegerin aus Berlin)

Unterschiedliche Aufgaben in der Alten- und Krankenpflege

Im Krankenhaus konzentriert sich die Tätigkeit und Aufgaben des Altenpflegers oder der Krankenschwester auf:

  • Verabreichung von Medikamenten
  • Wechseln von Infusionen
  • Vorbereitung auf Operationen
  • Begleitung zu medizinischen Untersuchungen
  • Verabreichung von Injektionen
  • Allgemeine Krankenbeobachtung
  • Kontrolle der Vitalwerte (Blutdruck, Puls, Temperatur, Blutzucker) usw.

In einem Pflegeheim oder einer Seniorenresidenz dreht sich ein großer Teil des Arbeitsablaufes um die sogenannte Grundpflege. Dies beinhaltet unter anderem:

  • Hilfe beim Aufstehen und Zubettgehen
  • Hilfe beim Waschen, Duschen und Baden
  • Hilfe beim Ankleiden
  • Hilfe bei Toilettengängen
  • Hilfe bei der Fortbewegung allgemein
  • Hilfestellung bei der Nahrungsaufnahme
  • Betreuung und Beratung der Angehörigen

Diese sogenannten grundpflegerischen Tätigkeiten nehmen einen großen Teil des Tätigkeitsfeldes in Anspruch. Dennoch ist das Arbeitsfeld des Altenpflegers weitaus komplexer, welches aber schon ausführlich in der Ausbildung bzw. auch in einer Weiterbildung erklärt wird. In den vergangenen drei Jahrzehnten ist die Lebenserwartung immer weiter gestiegen und viele ältere Menschen leiden mit zunehmendem Alter unter Demenz. Hier ist bei den Pflegekräften ganz besonderes Fingerspitzengefühl gefragt, denn eine Demenzerkrankung erschwert sehr häufig den Umgang mit den Bewohnern. Beim Fortschreiten der Demenz treten oft Unruhezustände auf und es kann zu Aggressionen des Demenzpatienten kommen.

Aufgaben Altenpfleger – stationäre medizinische Pflege und Versorgung

Obgleich die Behandlungspflege nicht gleich viel Raum einnimmt wie in einem Krankenhaus, so ist die Tendenz an medizinischer Versorgung in einem Seniorenheim steigend. Immer mehr Senioren leiden unter komplexen Krankheitsbildern, welche auch in einem Heim gut beobachtet werden müssen. Dies beinhaltet insbesondere:

  • Den Umgang mit Sonden und Kathetern
  • Die Kontrolle des Blutdrucks und Blutzuckers
  • Das Verabreichen von Insulinspritzen
  • Das Anlegen von Verbänden
  • Das Anlegen medizinischer Hilfsmittel (Korsett, Hörgerät, Beinschienen)
  • Die Verabreichung von Medikamenten
  • Die Absprache der Medikation mit dem behandelnden Hausarzt oder Facharzt

Die soziale Komponente des Berufs in der stationären Pflege

Darüber hinaus ist die Aufgabe eines Altenpflegers auch eine soziale. Die Aufgabe eines Pflegers oder einer Pflegerin besteht unter anderem darin, die noch vorhandenen Fähigkeiten der älteren Menschen zu erkennen und diese zu fördern. Dies wird als aktivierende Pflege bezeichnet. Eine Altenpflegerin sollte auch in der Lage sein, ältere Menschen zu allgemeinen Aktivitäten wie zum Beispiel Gedächtnistraining, Gymnastik, Seniorenspielen usw. zu motivieren, um die Lebensqualität zu verbessern und soziale Kontakte zu fördern. Aktivitäten wie diese fallen jedoch mittlerweile nicht mehr in den Bereich des Altenpflegers sondern werden in den meisten Einrichtungen von Sozialpädagogen oder Ergotherapeuten geleitet.

Eine weitere große Aufgabe des Pflegers oder der Pflegerin nach der Ausbildung liegt in der Kontaktpflege zu Angehörigen. Diese soziale Aufgabe erfordert ebenfalls sehr viel Einfühlungsvermögen. Und auch in der Pflege und Begleitung Sterbender liegt eine soziale Herausforderung dieses Berufs. Ein Pfleger oder eine Pflegerin sollte bereit sein, die Herausforderungen körperlicher sowie psychischer Natur zu bewältigen. Dienste im zwei oder drei-Schichtensystem sowie Arbeiten an Sonn- und Feiertagen gehören ebenfalls zum Berufsbild dazu. Ein zu geringer Personal- und Pflegeschlüssel und daher zu wenig Zeit für die Patienten sind die Kehrseite des Berufes. Wer Altenpfleger werden möchte, sollte genau wissen, wie anspruchsvoll dieser Beruf sein kann.

Altenpfleger Aufgaben und Tätigkeiten in der ambulanten Pflegen

Nachdem wir nun ausführlich das Arbeiten in der stationären Pflege vorgestellt haben, möchte wir heute einmal auf die ambulante Altenpflege eingehen. Die Maxime der Bundesregierung in Bezug auf pflegebedürftige Menschen ist klar: Ambulant vor stationär. Mit dem Pflegestärkungsgesetz II wird die ambulante Pflege weiter vom Staat gefördert. Das bedeutet auch, dass gerade in der ambulanten Pflege Fachkräfte gesucht werden. Doch bevor Sie sich nach einer geeigneten Stelle umsehen, sollen Ihnen im Folgenden die Aufgaben einer Pflegekraft im ambulanten Dienst vorgestellt werden.

Leistungen der ambulanten Grund- und Behandlungspflege

Im Rahmen der grundpflegerischen Versorgungen werden meist folgende Leistungen angeboten:

  • Ganz- und Teilwaschungen
  • Hilfe beim Baden/Duschen
  • Hilfe bei Rasur/Kämmen
  • Hilfe beim An- und Entkleiden
  • Hilfe bei Ausscheidungen
  • Lagerungen
  • Hilfe beim Zubereiten, mundgerechtem Vorbereiten und Anreichen von Mahlzeiten
  • Verabreichen von Sondenkost
  • Transfer (Bett – Toilettenstuhl – Rollstuhl)

Neben diesen Tätigkeiten, gehört, gerade auch im ambulanten Bereich, die Behandlungspflege zum Alltag eines Altenpflegers.

  • BZ-Kontrollen
  • Insulin-Injektionen
  • Sonstige s.c. oder i.m. Injektionen gerade auch im Rahmen von Palliativer Pflege
  • Stellen und Verabreichen von Medikamenten
  • Wundversorgung nach ärztlicher Anordnung
  • Legen von Dauerkathetern
  • Legen von naso-gastralen Ernährungssonden
  • Portversorgung
  • Legen von s.c. Infusionen
  • RR – Kontrollen

Um einen hohen Qualitätsstandard zu erreichen, ist ein kontinuierlicher Austausch mit Angehörigen und natürlich auch Kollegen absolut erforderlich. Doch auch eine gute Kooperation, vor allem mit Ärzten, aber auch Sanitätshäusern und Therapeuten ist notwendig, um den Bedürfnissen einer hilfebedürftigen Person gerecht zu werden.

Was muss eine Pflegekraft im ambulanten Dienst mitbringen?

Die besten Voraussetzungen für eine Pflegekraft nach der Ausbildung, die im ambulanten Dienst arbeitet sind:

  • Selbständigkeit
  • Verantwortungsbereitschaft
  • Kreativität (in der ambulanten Pflege wird viel improvisiert)
  • Belastbarkeit
  • Organisationstalent
  • Betriebswirtschaftliches Denken
  • Sorgfalt
  • Verschwiegenheit
  • Geduld
  • Kritikfähigkeit (Kritik annehmen, aber auch äußern können)

Pflegekräfte, die im ambulanten Dienst tätig sind, schätzen vor allem die abwechslungsreichen Dienste. Kaum ein Tag ist wie der andere. Da man als Pflegekraft überwiegend seine Touren alleine fährt, wird schon ein hohes Maß an Selbständigkeit vorausgesetzt.

Hinzu kommt, dass eine Pflegekraft im ambulanten Dienst, häufig eine beratende und teils schulende Funktion gegenüber Angehörigen einnimmt. Daher sollte sie auf gutem Niveau fachlich kommunizieren und Klienten und deren Angehörige in den unterschiedlichsten Bereichen (Pflegestufe, Hilfsmittel, Therapiemöglichkeiten) beraten und unterstützen können, z.B. bei:

  • Kommunikation mit Haus- und Fachärzten
  • Begleitung von MDK-Begutachtungen
  • Auswahl von Hilfsmitteln

Als Pflegekraft liegt Ihnen das Wohl der Kunden/Patienten/Klienten natürlich am Herzen. Doch gerade im ambulanten Dienst sollten Sie sich der Tatsache bewusst sein, dass Ihre Klienten gewisse Leistungen „einkaufen“. So kann es schon zu einem inneren Konflikt kommen, wenn der Klient Ansprüche stellt, die Sie unentgeltlich verrichten sollen. Wer mal so nebenbei noch dies und das erledigt, schadet in erster Linie seinem Dienstgeber, aber auch sich selbst. Dies mit dem Kunden zu kommunizieren ist oft nicht einfach, aber zwingend erforderlich. Doch seien Sie unbesorgt – das werden Sie lernen.

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