Besonders in sozialen Berufen wie der Altenpflege kommt diese Frage immer öfter auf. Ursachen wie die Globalisierung, ein immer aggressiverer Wettbewerb, die Einführung neuer Technologien sowie die steigende Arbeitslosigkeit sind eine enorme Belastung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen geworden. Die Folgen solcher extremer Arbeitsbedingungen sind nicht selten Erkrankungen wie das Burnout-Syndrom. Ein Begriff, der in letzten Jahren verstärkt in den Vordergrund gerückt ist.

Heutzutage geht es darum, mit möglichst geringem Arbeitsaufwand – besser gesagt mit möglichst wenig Arbeitskräften – immer mehr Arbeit zu bewältigen. Ein Phänomen, das besonders in der Altenpflege häufig zu beobachten ist. Und genau hier liegt das Problem für das sogenannte Burnout-Syndrom in sozialen Berufen.

Ausgebrannt – so lautet in etwa die deutsche Übersetzung für diese Erkrankung, die in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Sie betrifft in den meisten Fällen Menschen, die besonders leistungswillig, engagiert, hochmotiviert, perfektionistisch, harmoniebedürftig sowie idealistisch sind und die sich aus zu großem Verantwortungsbewusstsein selten bis gar nicht eine Überforderung im Berufsalltag eingestehen. Sie arbeiten trotz des vorhandenen Altenpflegegesetz bis zur völligen Erschöpfung, Tag für Tag. Die Folgen sind Erschöpfungszustände, die man auch im Urlaub nicht mehr auskurieren kann sowie zum Teil schwere Depressionen, der Verlust des Selbstwertgefühls bis hin zur eigenen Vernachlässigung und im schlimmsten Fall Selbstaufgabe.

Ein Burnout kommt unerwartet und heftig

Die Altenpflege gehört zu den Berufen, die zur sogenannten Risikogruppe für die Entwicklung von Burnout-Symptomen zählen, denn der Beruf ist täglich zwischenmenschlichen Extremsituationen ausgesetzt. Dieser Faktor ist ganz entscheidend für die Entwicklung der Krankheit. Eine hohe verantwortliche Position und die damit verbundene Entscheidungsgewalt, ein zeitlich intensiver Arbeitsaufwand sowie extrem hohe Leistungsanforderungen können ebenfalls ein Grund für eine Burnout Erkrankung sein. Auch die Doppelbelastung von Familie und Beruf kann hier eine entscheidende Rolle spielen, genauso wie ein nicht ausreichendes Altenpfleger Gehalt.

In den meisten Fällen verläuft die Krankheit schleichend, das heißt sie kann sich über Jahre hinziehen ohne das der Betroffene wirklich merkt das er krank ist – er merkt nur, dass es eine Veränderung in seinem Leben geben muss. Doch diesen Schritt zu tun, fällt vielen schwer, denn sie wollen sich einfach nicht eingestehen, dass sie nicht mehr können. Und irgendwann kommt dann der Zeitpunkt an dem es nicht mehr weiter geht. Im Extremfall macht der Körper schlapp und nicht selten betrifft es genau die Organe oder Extremitäten, die für den Beruf entscheidend sind.

Ist die Arbeit heutzutage der Anfang vom Ende?

Ein Burnout in der Altenpflege liegt in erster Linie an dem sogenannten „Helfersyndrom“. Der Pfleger hat in den meisten Fällen sehr hohe ethische Ansprüche sowie ein hohes Liebesbedürfniss. Dazu kommt, das er vielleicht nicht gut ausgebildet ist, aber dem heutigen Standard nach seine Arbeit erledigen muss. Immer mehr Patienten, zu wenig Pflegepersonal, neue moderne Konzepte und der Einsatz moderner Technologien verlangen dem Altenpfleger eine Menge ab. Doch er übt diesen Beruf aus, weil er den alten Menschen etwas Gutes tun möchte – in der Hoffnung, dass er etwas dafür wiederbekommt. Doch nicht selten sind die Betroffenen unzufrieden mit ihrem Leben und lassen das an den Menschen aus, die ihnen nur helfen wollen – den Altenpflegern.

Burnout ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und sollte in jedem Fall behandelt werden. Damit es gar nicht erst dazu kommt, ist eine ausgeglichene Work-Life-Balance ein entscheidender Faktor.