Erster Eindruck – überzeugen Sie am Telefon, per Mail und persönlich

Selten ist der erste Eindruck so wichtig, wie bei der Jobsuche. Innerhalb von 30 Sekunden entscheiden wir, ob uns ein Mensch sympathisch ist. Egal ob die Kommunikation am Telefonhörer, per Email oder von Angesicht zu Angesicht erfolgt. SCORE Personal verrät, wie Sie Ihren Gesprächspartner für sich gewinnen.

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Erster Eindruck – überzeugen Sie am Telefon, per Mail und persönlich

Am Telefon: Die Stimme macht Stimmung

Oft findet der Erstkontakt mit einem potenziellen Arbeitgeber über das Telefon statt. Ob Sie mit tiefer Stimme flüstern, wie eine Telefonistin flöten oder leise nuscheln, sagt etwas über Ihre Motivation aus. „Professionalität, Kompetenz und Souveränität transportiert Ihre Stimme. Oder eben auch nicht“, weiß Carmen Rutzel, Stimmtrainerin aus Hamburg. Ist der Körper zu angespannt, der Nacken steif und die Haltung gebeugt, klinge das in der Stimme mit. Denn nur wenn der Mensch entspannt ist, kann sich seine Stimme entfalten.

Altenpfleger, die sich auf ein wichtiges Telefongespräch vorbereiten, rät Rutzel, sich bewusst zu entspannen, tief durchzuatmen und eine gerade Haltung einzunehmen. „Das Gegenüber hört es, wenn Sie unausgeglichen sind oder in Schildkrötenhaltung am Tisch sitzen“, weiß die Stimm-Expertin. Spezielle Grifftechniken wie Knautschen oder Quetschen helfen der Gesichtsmuskulatur und dem Kiefer beim Entspannen.

Zwar werde ein Piepsstimmchen nie zu einem warmen Alt, aber jeder Bewerber könne das Beste aus den eigenen Veranlagungen herausholen und seine Persönlichkeit mit der richtigen Stimmlage unterstützen. Außerdem: „Sind Stimme und Körper locker, fließt der Inhalt auch besser“, bemerkt Rutzel.

Per Email: Mit prägnanten Sätzen überraschen

Worauf es beim Anschreiben oder der Email-Nachfrage ankommt, weiß Michael Sudahl vom Journalistenbüro der Medienberater. „Es sind rund 20 Schreibregeln, die es zu berücksichtigen gilt“, sagt der Kommunikationstrainer. Der 42-Jährige gibt Seminare bei Fluggesellschaften, Pflegehäuser oder Dax-Unternehmen. Immer wieder stellt der die gleichen Fehler fest: Zu viel Behördendeutsch, verschachtelte Sätze, Passivkonstruktionen und Floskeln. „Es geht darum, Leser positiv zu überraschen“, erläutert Sudahl. Damit erreiche der Bewerber die Aufmerksamkeit des Lesers. Egal, ob es sich um eine Bewerbung als Altenpflegerin handelt, oder einen Angehörigenbrief.

Schreiben ist ein Handwerk, das auch Pflegende lernen können. Wochenziele helfen beim Umstellen. „In Woche eins schreiben Sie kurze Sätze. In Woche zwei trainieren Sie kraftvolle Verben zu verwenden und in Woche drei feile Sie am Texteinstieg“, rät der Schorndorfer. So verbessere sich der Schreibstil Stück für Stück in überraschend kurzer Zeit. Schriftliche Kommunikation ist seiner Meinung nach wichtig: „Geschriebenes ist nachhaltig. Wer Fakten liest, merkt sie sich besser, als wenn er sie bloß hört“, weiß Sudahl. Außerdem: E-Mails können ausgedruckt, weitergeleitet und beliebig oft reproduziert werden. An der schriftlichen Performance zu arbeiten lohne sich deshalb immer – und für die passenden Stellenangebote aus der Altenpflege sorgen wir.

Im Gespräch: Vorbereiten und Zuhören

Sind die Hürden am Telefon und per Mail gemeistert, steht das Bewerbungsgespräch an. Hier gilt es, das Gegenüber vollends von sich zu überzeugen. „Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus. Lassen Sie als Krankenschwester Ihrem Gesprächspartner Zeit, sich zu akklimatisieren“, gibt Rhetoriktrainer Flume als Tipp. Der Trainer mit mehr als 25 Jahren Erfahrung glaubt auch, dass zuhören manchmal besser ist, als selbst zu reden.

„Stellen Sie Fragen, zeigen Sie, dass Sie interessiert sind und lassen Sie Ihr Gegenüber ausführlich zu Wort kommen. So geht echte Wertschätzung“, fordert Flume auf. Wer seine Redezeit optimal ausnutzen will, sollte ruhig bleiben und sich im Vorfeld die wichtigsten Fakten zurechtgelegt haben. Eine entspannte und authentische Körpersprache unterstützt die persönliche Wirkung. „Keine Sorge: Nervös sein ist erlaubt, das zeigt, dass Sie Interesse an dieser Begegnung und deren Fortgang haben“, beruhigt der Rhetoriker aus Nürtingen.

Kommt es zur Verhandlung von Gehalt und Arbeitsbedingungen hilft gute Vorbereitung. „Im Vorfeld sollte klar sein, worauf Sie hin verhandeln“, sagt der Trainer. Wichtig sei es auch, sich in der Vorbereitung des Gesprächs zu überlegen, in welchen Punkten man dem Verhandlungspartner entgegen kommen kann und in welchen nicht. Und für die gute Stimmung gibt Flume noch einen Abschlusstipp: „Auch wenn Sie sich in der Sache nicht immer einig sind, sollten Sie den anderen weiterhin wertschätzend behandeln.“

2017-02-28T15:41:26+00:00