Kann in der Altenpflege über Gehalt verhandelt werden?

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In der freien Wirtschaft fordert der Karrieremensch seinen Chef alle 18 Monate in den Ring im Kampf um sein Gehalt. Am besten, wenn gerade ein erfolgreiches Projekt realisiert worden ist und man sich im Glanz seines Erfolges sonnen kann. Dann wird, mit mehr oder weniger großem strategischen Geschick, die Frage gestellt: Wie viel Geld bin ich meinem Unternehmen wert – dies hängt sicherlich auch stark von der vorhandenen Weiterbildung Altenpflege ab. In der Altenpflege gehören Gehaltsverhandlungen nicht gerade zum Tagesgeschäft. Zum einen fehlt dem sozial denkenden, von Beruf hilfreichen Menschen oft das beinharte Karriere-Gen, das die Großverdiener aus der Privatwirtschaft kennzeichnet. Zum anderen fühlen sich Altenpfleger und Altenpflegerinnen von der allgemeinen Klage über die leeren Töpfe des Gesundheits- und Pflegewesens derart eingeschüchtert, dass der Gedanke an eine Gehaltserhöhung ihnen fast als Unverschämtheit erscheint. Richtig ist: Nicht in jeder Einrichtung und in jedem Fall kann eine überdurchschnittliche Gehaltsforderung übers Knie gebrochen werden. Erst wägen, dann wagen gilt auch im Kampf um die Finanzen als die hilfreichste Maxime. Werfen wir mal einen Blick auf die üblichen Bezahlungen und die möglichen Spielräume.

Gehaltsverandlung in der Altenpflege

Auf was kommt es bei der Gehaltsverhandlung in der Altenpflege an? Welche Fragen sollten Sie stellen und was sind die passenden Antworten? Wir bringen Licht ins Dunkle.

Erfolgreiche Strategie für eine Gehaltverhandlung

Zuerst ein paar gute Nachrichten. Sie haben einen der zukunftssichersten Berufe dieses Jahrhunderts gewählt. Sie sind Mangelware. Jobs für examinierte Altenpfleger gehen weg wie geschnitten Brot. Die Bezahlung in der Ausbildung ist gut. Im ersten Lehrjahr gibt es 876 Euro, im dritten 1038 Euro. Das lässt sich sehen. Das Einstiegsgehalt liegt bei 2200 bis 2500 Euro brutto. Soviel zu den guten Nachrichten. Die genannten angenehmen Zahlen beziehen sich auf Einrichtungen, die nach den Tarifen des Öffentlichen Dienstes zahlen. Die schlechte Nachricht: Öffentliche Träger ziehen sich immer mehr aus der Altenpflege zurück. Ihr Anteil liegt nur noch bei fünf Prozent gegenüber 60 Prozent gemeinnützigen und 35 Prozent privaten Trägern. Die beiden letztgenannten Trägerschaften neigen zu untertariflicher Bezahlung. Das Wort Haustarif hat einen Beigeschmack von Gehaltsverzicht. Aber wo viel Schatten ist, ist auch ein kleines bisschen Licht. Öffentliche Tarife sind nicht verhandelbar – Haustarife schon! Krempeln Sie die Ärmel hoch und machen Sie es den Wirtschaftsleuten nach – es fängt schon bei einer erfolgreichen Bewerbung Altenpflegerin an. Damit führen Sie nicht den Beweis, geldgierig zu sein, sondern sich um Ihre Belange kümmern zu können.

Sie sind gut ausgebildet. Sie tragen hohe Verantwortung. Sie leisten gesellschaftlich hochwichtige Arbeit. Ihr Arbeitgeber braucht Sie so nötig, wie ein Auto Treibstoff, oder besser noch: wie es einen Fahrer braucht. Das sind doch beste Voraussetzungen für eine Gehaltsverhandlung! Selbstverständlich muss eine solche Verhandlung auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Wenn Sie gleich beim Vorstellungsgespräch mit Traumbezahlungen von 3000 Euro brutto oder mehr kommen, erreichen Sie nur eines: die Stelle nicht zu bekommen. Informieren Sie sich über die Zahlungsgepflogenheiten des Hauses, in dem Sie anfangen wollen. Wenn es Ihnen möglich ist, sprechen Sie mit künftigen Arbeitskollegen, damit Sie sich eine realistische Vorstellung Ihrer Verhandlungsbasis machen können. Legen Sie auf Ihr Wunschgehalt gedanklich noch ein- oder zweihundert Euro drauf und prägen Sie sich diese Summe mantramäßig ein. Gehaltsverhandlungen sind nichts anderes als Feilscherei. Der Personaler, darauf getrimmt, die Kosten niedrig zu halten, nennt eine ziemlich kleine Summe und Sie eine ziemlich große. Einigung wird in der Mitte erzielt.

Gehaltsverhandlungen in der Pflege-Praxis

Und wie sieht so eine Verhandlung in der Praxis aus? Schließlich haben Sie ein Vorstellungsgespräch, Sie wollen Ihre Vorzüge herausstreichen und nicht durch Unverschämtheiten auffallen. Stopp! Eine Gehaltsforderung ist nicht unverschämt, sondern angemessen, solange sie im realistischen Rahmen bleibt. Und zweitens sollen Sie nicht im zweiten Satz über Geld sprechen. Warten Sie ab. Positionieren Sie sich im besten Licht. Nicht durch Großsprecherei, sondern durch Veranschaulichung Ihrer Qualifikationen. Wenn Ihr Gesprächspartner nicht mit einem Angebot hervorkommt und Ihnen den Ball zuspielt, nennen Sie am besten eine Spanne von bis, in deren Mitte Ihre Wunschsumme liegt. Prägen Sie sich zwei Argumentationen ein, die Ihnen den Rücken stärken: Erstens spielt ein Bewerber, der sich mit wenig Geld zufrieden gibt, seine Qualifikationen herunter; und zweitens arbeiten Sie in einem der gesuchtesten Berufe Deutschlands. Ihr Arbeitgeber braucht Sie! Denken Sie daran – und falls Sie sich doch für einen Arbeitgeberwechsel interessieren sollten, finden Sie hier unsere aktuellen Stellenangebote aus der Pflegebranche.

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2017-02-17T11:52:32+00:00