Pflegeschlüssel und Personalschlüssel werden als Synonym verwendet und zeigen das Verhältnis von Bewohner zu Pflegepersonal auf. Der Personalschlüssel beschreibt demnach wieviele Vollzeitkräfte für die Pflegebedürftigen (oder Wohnbereich) benötigt werden. Der Pflegeschlüssel wird in der Altenpflege für 24 Stunden und sieben Tage je Woche berechnet.

Pflegeschlüssel

Was genau ist die Bedeutung des Pflegeschlüssel / Personalschlüssel in der Altenpflege? Wir erklären es Ihnen…

Die Rahmenverträge für den Pflegeschlüssel weichen auf Länderebene ab

Der Pflegeschlüssel umfasst die Bruttoarbeitszeit, also auch Urlaub, Krankheits- und Fortbildungszeiten sowie die komplette direkte und indirekte Pflege. Ob der jeweilige bundeslandbezogene Pflegeschlüssel auch die Pflegedienstleitung, den Sozialen Dienst oder andere Stellen enthält, ist in den jeweiligen Rahmenverträgen nach § 75 SGB XI auf Landesebene geregelt. Nicht darin enthalten sind die „Zusätzlichen Betreuungskräfte“ nach § 87 b SGB XI. Auf Grund der unterschiedlichen Pflegeschlüssel, nicht nur zwischen, sondern auch teilweise innerhalb der Bundesländer kann es immer zu Abweichungen von den hier genannten Kennzahlen kommen. Am besten ist es immer, die Einrich­tungs­in­tern verein­barten Pflege­schlüssel anzuwenden, die in jeder Einrichtung vorliegen. Sollten auf diese Personalschlüssel nicht zugegriffen werden können, können die genannten Pflegeschlüssel als Vergleichsmaßstäbe verwendet werden. Bei der Pflegestufe 0 ist allerdings Vorsicht geboten; hierbei sind Differenzen zwischen den Bundesländern teilweise erheblich; in manchen Bun­des­län­dern bestehen zwei verschiedene Anhaltswerte bezüglich der Pflegestufen 0.

Investitionskosten werden von den Betreibern getragen

Pflegeheime finanzieren den laufenden Betrieb zur Versorgung der Bewohner in hohem Anteil über die Betroffenen (und deren Angehörige) mit und ohne Unterstützung durch die Pflegekasse, sofern ein Anspruch auf Leistungen aus der Sozialversicherung nach SGB XI besteht, und über die Träger der Sozialhilfe. Investitionskosten werden durch die Betreiber / Eigentümer der Einrichtungen, mit Hilfe durch unterschiedlichen öffentlichen Finanzierungen aufgebracht. Darüber hinaus zahlen Bewohner Investitionspauschalen. Die Pflegestufen können über den festen Unterstützungsbedarf an Pflegezeit bestimmt werden. Dabei werden Minutenwerte einer entsprechenden Laienpflege für die Berechnung verwendet. Pflegeschlüssel sind in der Praxis entsprechend nach den Pflegestufen 0 bis 3 in den verschiedenen Einrichtung unterschiedlich festgelegt.

Politische Entscheidungen erschweren adäquate Pflege

Seit Einführung der Pflegeversicherung ist die Klientel in den Heimen deutlich pflegeaufwändiger geworden. Ursache ist die Maxime ‚ambulant vor stationär‘. Die Budgetentwicklungen allerdings ergaben i.d.R. nur Steigerungen unter 10 %, obwohl deutlich mehr Bewohner der Pflegestufen 2 und 3 betreut werden, mehr dazu in unserem Artikel Pflegestärkungsgesetz 2. Der Einzug in ein Pflegeheim erfolgt in der Regel dann, wenn alle anderen Versorgungsformen nicht mehr greifen. Die zeitaufwändige Begleitung von schwerst an einer Demenz erkrankten Menschen und auch die palliative Pflege treten immer mehr in den Vordergrund. Budgetsteigerungen seit Einführung der Pflegeversicherung haben keineswegs den dadurch eigentlich notwendigen höheren Personalbedarf nur annähernd ausgeglichen.

Die Festlegung auf ein bundeseinheitliches Personalbemessungssystem ist in erster Linie eine politische Aushandlung der beteiligten Vertragspartner. Die einen erforderlichen Konsens beeinflussenden bzw. hemmenden Faktoren sind multifaktoriell und äußerst facettenreich. Im Kern geht es darum, eine finanzierbare, fachlich und qualitativ gute Versorgung der Bewohner zu erreichen, die unter akzeptablen Arbeitsbedingungen zu einer angemessenen Vergütung durch Fach- und Assistenzpersonal stattfindet und den wirtschaftlichen Belangen der Unternehmen ausreichend Spielraum für die Bereitstellung und Gestaltung des Versorgungsangebotes ermöglicht.

Anpassung der Personalausstattung notwendig

Durch eine Anpassung der Personalausstattung könnten stationäre Einrichtungen einen weit höheren Anteil an präventiven und rehabilitativen geriatrischen Leistungen erbringen, was saldiert zu einer Kostenersparnis für die Sozialversicherungsträger führen würde. Darüber hinaus ist ein Paradigmenwechsel bezüglich der gesetzlich verankerten Qualitätssicherung einzufordern. Dieser würde zum einen den derzeitig zu beobachtenden Bürokratisierungsprozess ausbremsen und zum anderen eine wertvolle Datengrundlage für eine ergebnisorientierte Pflege- und Versorgungsforschung liefern. Die Entscheidungsträger auf allen Seiten des Versorgungssystems mögen sich die mittelfristigen Auswirkungen einer restriktiven Fachkraftausstattung und Leistungsgewährung bewusst machen und ihre Freiräume nutzen für eine nachhaltige Personalpolitik und einen weitsichtigen Umgang mit gesetzlichen Leistungsansprüchen.

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