Verdienen Krankenpfleger mehr als Altenpfleger?

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  • Verdienen Krankenpfleger mehr als Altenpfleger

Gleiches Geld für gleiche Arbeit? Klingt irgendwie gerecht. In Deutschland dagegen haben wir uns längst daran gewöhnt, dass es ein Ost-West-Gefälle, sowie ein Nord-Süd-Gefälle gibt, was die Gehälter betrifft. Dass aber der Einkommensunterschied zwischen Krankenschwestern und Altenpflegern bis zu 30% betragen kann, ist dann doch schon überraschend.

Auch die Tatsache, dass ein ausgebildeter Altenpfleger bis zu 20% weniger verdient, als eine Fachkraft in anderen Berufen, verstärkt nicht unbedingt das Gefühl von Gerechtigkeit.

Die Suche nach Gründen für dieses „Missverhältnis“, gestaltet sich schwierig. Wirklich überzeugende Argumente gibt es nicht und am Ende der Suche, steht meist der uralte Zwist zwischen Kranken- und Altenpflege. Zwei Berufe, die sich ähnlich sehen, aber doch auch gewaltige Unterschiede aufweisen.

Der „pflegerische Auftrag“ ist ein beiden Jobs ein Anderer.

Die klassische Krankenpflege, wie sie zum Beispiel in Krankenhäusern ausgeübt wird, definiert sich, gemäß des internationalen Pflegeverbandes, als „die eigenständige und eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung von kranken Patienten. Dabei erfolgt die Versorgung, Betreuung und Pflege in enger Kooperation mit anderen Berufszweigen, wie Ärzten, Sozialarbeitern und Psychologen.“

 

Die Altenpflege ist eine Profession im Gesundheitswesen mit sozialpflegerischen und pflegerischen Aufgaben, Begleitung, Betreuung, Beratung und Versorgung von gesunden und kranken alten Menschen unter Berücksichtigung und Einbeziehung der körperlichen, seelischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse des Einzelnen.

Einheitlicher Ausbildungsabschluss die Lösung?

Ab 2020, so der Plan der Bundesregierung, sollen die Unterschiede durch die Einführung einer gemeinsamen Pflegeausbildung aufgehoben werden. Eine gemeinsame Berufsbezeichnung, Pflegefachfrau/Pflegefachmann, soll u.a. dem Gehaltsunterschied in beiden Arbeitsfeldern einen Riegel vorschieben.

Aber auch hier gibt es Vor- und Nachteile. Für die sogenannte generalistische Pflegeausbildung sprächen fachliche Gründe: In den Krankenhäusern müssen immer mehr pflegebedürftige Menschen behandelt werden, ebenso, wie in den Altenpflegeeinrichtungen immer mehr schwer kranke Menschen versorgt und betreut werden müssen. Schon heute arbeiten Kranken- und Altenpfleger sowohl in Krankenhäusern als auch in Pflegeeinrichtungen. Mit einem einheitlichen Ausbildungsabschluss könnte ein Wechsel zwischen den verschiedenen Einrichtungen künftig wesentlich erleichtert werden. Außerdem würde der Pflegeberuf für Schulabgänger so attraktiver werden, weil die zukünftigen Absolventen in den verschiedensten Bereichen einsetzbar sind.

Aber auch die Nachteile sind nicht zu übersehen: Die Zusammenführung von drei Berufen, Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege, die sich unabhängig voneinander entwickelt haben, zu einem Ausbildungsberuf mit gleicher Ausbildungsdauer zusammenzuführen, hat unvermeidlich zur Folge, dass die Ausbildungsinhalte auf einen gemeinsamen Nenner beschränkt werden. Inhalte, die bisher Bestandteil der individuellen Ausbildung waren, müssen dann im Nachhinein über Fort- und Weiterbildungen erworben werden.

Fazit: Eine einheitliche Pflegeausbildung würde zwar die Gehaltsunterschiede regulieren, dennoch gibt es inhaltliche Zweifel einer Berufsausbildung, die eigentlich aus drei weitreichenden Bereichen besteht und auf eine einzige Ausbildung reduziert werden soll. Sobald es zu diesem wichtigen Thema neue Entwicklungen und Informationen gibt, werden wir hier darüber informieren.

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2018-10-06T08:25:11+00:00