Wer sich nach einer Weiterbildung in der Altenpflege umsieht, der wird recht schnell fündig, denn die Angebote sind zahlreich. Ebenso reicht die Palette der Anbieter von privaten, über staatliche, bis hin zu kirchlichen Trägern. Um sich im Weiterbildungsdschungel besser orientieren zu können, möchten wir Sie gerne in Ihrer Entscheidungsfindung zur Weiterbildung Altenpflege unterstützen.

Zunächst verschaffen wir Ihnen eine Übersicht über die verschiedenen Angebote, ehe wir uns in den folgenden Artikeln detailliert mit den Inhalten auseinandersetzen.

Weiterbildung Altenpflege – warum überhaupt?

Bevor Sie starten, sollten Sie sich über Ihre Motivation im Klaren sein. Fragen Sie sich selbst: „Was will ich?“

  • Karriereleiter nach oben klettern?
  • Damit einhergehend, mehr Verantwortung, mehr Geld?
  • Wissen auffrischen?
  • Wissen spezialisieren?
  • Eine ganz neue Richtung einschlagen? Raus aus der Pflege?
  • Mich selbständig machen?
  • Einfach geistig „fit“ bleiben?

Mit der Beantwortung dieser Fragen, sollte sich klären lassen, ob Sie tatsächlich eine Weiterbildung beginnen, und damit eine neue berufliche Qualifikation erlangen möchten. (Falls Sie „lediglich“ Ihr Wissen auffrischen, oder den neusten Gegebenheiten anpassen möchten, dann ist eine Fortbildung, z.B. in Form von Kurzseminaren, absolut ausreichend.)

Doch damit nicht genug. Klären Sie als nächstes für sich, was Sie selbst in eine Weiterbildung / Fortbildungen investieren können:

  • Finanziell – Wer trägt die Kosten?
  • Zeit – wie viel Zeit kann ich investieren? (Heimarbeit/Präsenzzeit)
  • Vereinbarkeit mit Familie, Beruf, Hobby und Freizeit?
  • Kosten-Nutzen-Faktor – Führen meine Investitionen zu dem gewünschten Ziel?
  • Wie gut kann ich neues Wissen verarbeiten (Lernfähigkeit)?

Haben Sie diese Fragen beantwortet, wird Ihnen die Suche bereits um einiges leichter fallen.

Die (unbegrenzten) Weiterbildungsmöglichkeiten in der Altenpflege

1. Aufstiegsweiterbildungen

Wohnbereichsleitung/Pflegeteamleitung – Der erste Schritt für die Altenpflegerin nach oben in der Hierarchie der meisten Pflegeeinrichtungen. Sie werden befähigt einen Wohnbereich zu leiten.

Pflegedienstleitung – Die PDL ist die „verantwortliche Pflegefachkraft“ einer Pflegeeinrichtung. Sie trägt die Gesamtverantwortung, als Vorgesetzte für alle Mitarbeiter des Pflegebereichs und generiert mit ihrer Abteilung ca. 80-90% der Einnahmen einer Pflegeeinrichtung. Hier erwerben sie sowohl pflegewissenschaftliche, als auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Je nach Anbieter kann ein Zertifikat für die ambulante oder stationäre Altenpflege erworben werden.

Einrichtungsleitung/Heimleitung – Hierarchisch gesehen ist die Einrichtungsleitung meist die direkte Vorgesetzte der Abteilungsleitungen (Pflegedienstleitung, Hauswirtschaftsleitung, Leitung Sozialer Dienst, Verwaltungsleiter). Im Rahmen der Weiterbildung werden vermehrt Inhalte aus den Bereichen Betriebswirtschaft und Qualitätsmanagement vermittelt.

Seit einigen Jahren bieten Hochschulen, Fachhochschulen und Fern-Universitäten verschiedene Studiengänge an, mit deren Abschluss eine Tätigkeit als Pflegedienstleitung und Heimleitung, immer häufiger auch in Personalunion, ausgeübt werden kann. Das Studium kann berufsbegleitend absolviert werden. Dazu gehören in erster Linie das Pflegemanagement und das Gesundheits- und Sozialmanagement.

Inzwischen wurden auch hier die Diplom-Studiengänge von Bachelor und Master abgelöst. Leider ist das Angebot an Studiengänge häufig sehr unübersichtlich, da viele Studiengänge relativ neu sind und sich vom Inhalt her nicht eindeutig voneinander abgrenzen.

2. Spezialisierungen

Fachkraft für palliative Pflege – Befähigt dazu, palliativ-pflegerisch zu arbeiten, anzuleiten und zu beraten. Aufgrund des zu erwartenden Anstiegs an palliativen Pflegesituationen, eine häufig angefragte Weiterbildung.

Fachkraft für gerontopsychiatrische Pflege – Vermittelt den pflegerischen Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen, ebenso wie mit psychiatrisch veränderten Menschen und der Kombination aus beiden Phänomenen.

Praxisanleitung Pflege – Die Praxisanleitung ist der erste Ansprechpartner für alle Auszubildenden eine Pflegeeinrichtung. Viele stationäre Einrichtungen verfügen über mehrere Praxisanleiter/innen. Häufig hat jeder Wohnbereich eine eigene Anleitung.

3. „Raus aus der Pflege“

In diese Rubrik gehören auch, wie bereits genannt, die Pflegedienst- und die Heim-/Einrichtungsleitung. Eine direkte „Pflege am Bett“ findet in der Regel mit Erlangung der Qualifikation nicht mehr statt. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel.

QM-Beauftragter – Der QM-Beauftragte initiiert, steuert und überprüft das gesamte Qualitätsmanagement der Pflegeeinrichtung unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben. Er ist dabei maßgeblich an der Entwicklung von Konzepten, Prozessen, Verfahrensanweisungen, Standards etc. beteiligt und kontrolliert deren Umsetzung in den einzelnen Bereichen. In direkte Pflegesituationen ist der/die QM-Beauftragte nicht involviert.

Die bisher genannten Weiterbildungen haben durchschnittlich eine Dauer von 1-1,5 Jahren. Je nach Kursangebot kann sich die Dauer reduzieren, wenn z.B. in Block-Einheiten unterrichtet wird.

Noch ein Tipp zum Schluss:

Haben Sie sich für eine Weiterbildung entschieden, könnte es von Vorteil sein, wenn Sie ihre Vorgesetzten frühzeitig darüber informieren. Nicht selten übernehmen Einrichtungen bis zu 100% der Lehrgangsgebühr oder zeigen sich durch Freistellung vom Dienst erkenntlich. Je höher der Nutzen für die Einrichtung, desto höher sollte auch die Beteiligung ausfallen.