Es gibt zahlreiche Gründe, sich für eine Weiterbildung zu interessieren. Und genauso zahlreich sind heutzutage die Weiterbildungsmöglichkeiten. Im Folgenden möchten wir Sie über die Weiterbildungen zur Wohnbereichsleitung, Pflegedienstleitung und Heimleitung bzw. Einrichtungsleitung informieren. Wir fassen diese drei Qualifikationen zusammen, denn zum einen entsprechen sie der Hierarchie einer Altenpflegeeinrichtung und zum anderen bauen sie meist inhaltlich aufeinander auf.

Inhalte der Weiterbildungen zur WBL, PDL und HL

Wer sich für die Karriereleiter in der Altenpflege entscheidet, übernimmt damit ein höheres Maß an Verantwortung, sowohl für Bewohner/Kunden, als auch für die Mitarbeiter, die einem unterstellt sind. Daran orientieren sich auch die Kurse zur WBL, PDL und HL/EL. Die Inhalte gleichen sich zum Teil und werden in den PDL- und HL/EL-Kursen intensiviert.

Die allgemeinen Inhalte sind:

  • Allgemeine rechtliche Grundlagen
  • Arbeitsrechtliche Grundlagen
  • Sozialrecht
  • Psychologie
  • Kommunikation
  • Dienstplangestaltung
  • Pflegeorganisation
  • Gerontopsychiatrie
  • Personalführung

Erweiterte Inhalte Pflegedienstleitung (PDL)

  • Qualitätssicherung
  • Qualitätsmanagement
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen
  • Personalwirtschaft
  • Verwaltung und Kooperationen
  • Pflegewissenschaftliche Grundlagen
  • Supervision/Coaching
  • Soziologie

Erweiterte Inhalte Heimleitung (HL) | Einrichtungsleitung (EL)

  • Betriebswirtschaftslehre/Management
  • Kostenrechnung/Heimorganisation
  • Moderation und Präsentation
  • Spezielles Recht

Dauer und Ablauf der Weiterbildungen im Einzeln

Die Dauer einer Weiterbildung hängt davon ab, ob es sich um einen eigenständigen Kurs, oder einen Aufbaukurs handelt. Wer bereits den WBL-Kurs absolviert hat, kann in einem verkürzten Aufbaukurs die Qualifikation zur PDL erlangen, und daraufhin, ebenfalls verkürzt, den EL/HL-Kurs besuchen. Auch ist zu unterscheiden, ob die Kurse in Voll- oder Teilzeit absolviert werden. Vollzeitkurse sind durchaus möglich, aber eher die Seltenheit. Die meisten Kurse sind berufsbegleitend und finden in Form einer Abendschule statt. Sie dauern in der Regel ca. 18 Monate. Vollzeitkurse dauern nicht länger als 12 Monate.

Für welchen Weiterbildung man sich auch entscheidet. Es müssen ca. 720 Unterrichtstunden bewältigt werden. Hinzu kommen unter Umständen Praxisstunden. (Je nach Anbieter). Es gibt die Möglichkeit, die PDL-Qualifikation für die ambulante Pflege zu erlangen. Hier sind weniger Stunden erforderlich. Die Aufbaukurse von WBL zu PDL und von PDL zu HL/EL dauern für gewöhnlich nicht länger als 6 Monate und umfassen zwischen 120 und 200 Unterrichtsstunden.

Eine weitere Variante ist der sogenannte Blockunterricht. Hier werden die Inhalte in regelmäßigen Abständen in Wochenblöcken vermittelt. Die Angebote sind inzwischen so breit gefächert, dass jeder, der Interesse an einer Weiterbildung hat, auch fündig werden kann.

Prüfung/Abschluss der Weiterbildungen

So ganz ohne Prüfung geht es halt nicht. Die Art und Weise der Prüfung hängt häufig von der jeweiligen Schule und deren Prüfungsordnung ab. Nicht selten sind das Erstellen einer Facharbeit, oder einer Projektarbeit Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme. Hinzu kommt eine mündliche Prüfung, entweder in Form einer Präsentation oder eines Fachgesprächs, mit Bezug auf die Inhalte der Weiterbildung. Es empfiehlt sich daher auf jeden Fall, einen Blick in die Prüfungsordnung des Anbieters zu schauen, denn das Erstellen einer schriftlichen Arbeit erfolgt außerhalb der Schulzeit.

Einsatzmöglichkeiten nach dem Abschluss der Weiterbildungen

Die Einsatzmöglichkeiten ergeben sich bereits aus den Bezeichnungen der Weiterbildungen. Als Wohnbereichsleitung ist man befähigt einen Wohnbereich, oder eine Hausgemeinschaft einer stationären Einrichtung zu führen. Die WBL wird häufig als die rechte Hand der PDL bezeichnet. Die vertritt die Vorgaben der Einrichtung gegenüber den ihr untergeordneten Mitarbeitern. Wer sich für die Position der WBL entscheidet muss sich über seine „Sandwich“-Position im Klaren sein. Einerseits ist man meist selbst an der Pflege beteiligt und damit auch Kollege. Andererseits ist man Vorgesetzter und muss unter Umständen Vorgaben vertreten, mit denen das Team nicht immer einverstanden ist. In keiner anderen Funktion befindet man sich in einem derartigen Intrarollenkonflikt.

Als Pflegedienstleitung übernimmt man meist die Position der verantwortlichen Pflegefachkraft einer gesamten Einrichtung, sowohl ambulant, als auch stationär. Damit ist man allen in der Pflege arbeitenden Mitarbeitern vorgesetzt und fungiert als Abteilungsleitung. Die Fülle der Aufgaben und Schwerpunkte variiert von Einrichtung zu Einrichtung. So kann die PDL mit verantwortlich sein für wichtige Personalentscheidungen, wie die Einstellung neuer Mitarbeiter und die Beförderung von Mitarbeitern. Meist hat sie grundlegende Einflüsse auf das Qualitätsmanagement der Einrichtung, auf das Leitbild und diverse Konzepte. Eine verkürzte PDL-Weiterbildung ist möglich, wenn man das Zertifikat lediglich für ambulante Einrichtungen erwerben möchte.

Die Heimleitung/Einrichtungsleitung ist der PDL und den anderen Abteilungsleitern übergeordnet. Ihre Aufgaben liegen vor allem im betriebswirtschaftlichen, kaufmännischen Bereich. Sie beschreibt und koordiniert die Schnittstellen der verschiedenen Abteilungen unter Berücksichtigung des Qualitätsmanagements, an dessen Entwicklung sie maßgeblich beteiligt ist.
In ihren Aufgabenbereich fällt es auch, Kunden/Klienten anzuwerben und dementsprechend Personalressourcen für alle Abteilungen zu schaffen. Sie verantwortet ihr Handeln gegenüber der Geschäftsführung bzw. -leitung und vertritt die Einrichtung nach außen.

Unabhängig davon, ob Sie eine PDL- oder HL/EL-Weiterbildung besuchen, sollten Sie sich mit den Gesetzmäßigkeiten Ihrer Region vertraut machen. Nicht alle Heimaufsichtsbehörden tolerieren alle Zertifikate.

Kosten der einzelnen Weiterbildungen

Allgemein kann man sagen, dass sich die Kosten von Schule zu Schule, sowie von Region zu Region unterscheiden. Ein fester Betrag lässt sich nicht nennen. Informieren Sie sich daher beim Anbieter genau über die Kosten. Meist setzen sich diese aus Anmeldegebühr, Lehrgangsgebühr und Prüfungsgebühr zusammen. Die meisten Schulen akzeptieren Ratenzahlungen. Teilweise gibt es auch Boni, wenn bereits vorher ein Kurs absolviert wurde.

Die folgenden Kursgebühren dienen einer ungefähren Orientierung:

  • Wohnbereichsleitung (WBL) zwischen 1500 – 2000EUR
  • Pflegedienstleitung (PDL) zwischen 2500 – 3500EUR
  • Heimleitung (HL) | Einrichtungsleitung (EL) zwischen 3000 – 4000EUR

Aufbaukurse kosten entsprechend weniger, da auch weniger Unterrichtsstunden zu absolvieren sind. Zu empfehlen ist es, dass Sie Ihren Arbeitgeber über Ihren Wunsch, an einer Weiterbildung teilzunehmen, informieren. Nicht selten beteiligen diese sich teilweise oder auch vollständig an den Lehrgangskosten. Und, fragen kostet nichts.