Wie kann ich das Internet für meine Bewerbung nutzen?

Die Bewerbungsmappe stirbt aus. Es wird nicht mehr mit spitzen Fingern in kostbar präsentierten Dokumenten geblättert. Auch die verstaubteste Personalabteilung ist heutzutage online. 85 Prozent aller deutschen Unternehmen schreiben Stellen auf ihrer Homepage aus. Und jede vierte Firma, Tendenz steigend, wickelt Bewerbungsverfahren rein online ab. Digital gelten andere Präsentationsformen als auf dem Papier. Leider wird so etwas von den Schulen meist nicht vermittelt. Hier ein kleiner Crashkurs, wie Sie Ihre Bewerbung im Internet aufpeppen können.

Stopp! Aufpeppen bedeutet nicht: Mit Grafiken, Videos und einer eigenen Homepage überfrachten. Weniger kann auch mehr sein. Zuerst müssen Sie sich klar darüber sein, wo Sie sich bewerben. Wenn es das Landesarchiv von Niedersachsen oder das städtische Katasteramt ist, müssen Sie nicht mit interaktiven Grafiken oder einer superkreativen Homepage auftrumpfen. Anders sieht das aus, wenn Ihre Bewerbung auf die Werbebranche oder den IT-Bereich zielt. Hier können Sie ruhig zeigen, was Sie drauf haben – wie zum Beispiel in unserem Artikel zum Thema Bewerbung als Altenpflegerin.

Stopp! Zeigen, was Sie drauf haben, bedeutet nicht, Ihre Bewerbung mit unübersichtlichem Bildmaterial vollzustopfen oder sich wie ein Gorilla vor die Brust zu schlagen. Auf überspannte Angebereien reagieren Personaler auch im Zeitalter Internet empfindlich. Weniger ist mehr! Und bleiben Sie bei der Wahrheit. Versuchen Sie nicht, aus einem Strandurlaub in Florida einen dreimonatigen Studienaufenthalt in den Staaten zu stricken. Sie müssen das Rad noch nicht erfunden haben.

Vorteile einer Bewerbung über das Internet

Internet kann Ihre Bewerbung persönlicher machen. Früher mussten Bewerber mit zitternder Stimme bei ihren künftigen Arbeitgebern anrufen, um sich den Vorteil eines persönlichen Ansprechpartners zu verschaffen. Heute reicht eine kurze Mail an die Personalabteilung. Erkundigen Sie sich nach dem Mitarbeiter, der Ihre Bewerbung lesen wird und holen Sie ein paar gezielte Auskünfte über Ihr (vielleicht) künftiges Ausbildungs-/Arbeitsumfeld ein – und schon können Sie Ihre Bewerbung spezifizieren und heben sich von den anderen ab.

Apropos abheben: Lesen Sie im Internet alles, was Sie über das Unternehmen in Erfahrung bringen können. Personalleute fühlen sich am wohlsten, wenn sie den Eindruck haben, dass der Bewerber genau sie und ihre Stelle gesucht hat. Zum Beispiel für Ihre schriftliche Bewerbung als Krankenschwester, ob online oder ausgedruckt, gibt es hilfreiche Tools, mit denen Sie saubere Formatierungen hinbekommen. Bei Lebenslauf.com können Sie Ihren Lebenslauf direkt im Browser ausfüllen. Sie finden Vorlagen von seriös bis locker. Mit Briefform.de müssen Sie sich keine Gedanken über die Formatierung einfacher Anschreiben und Lebensläufe machen. Sie können alles direkt in die Formulare eingeben und kostenlos als PDF herunterladen.

Jetzt hat Sie der Ehrgeiz gepackt? Sie möchten sich Ihrem zukünftigen Arbeitgeber auf einer eigenen Homepage vorstellen? Eins vorweg: Homepage und Grafiken sind Blickfänge, aber sie wetzen keine Scharten in Anschreiben und Lebenslauf aus. Wenn Sie sich eine aussagestarke Seite basteln wollen, können Sie zum Beispiel das Baukastensystem von Jimdo.com nutzen – bedienungsfreundlich und gratis. Allerdings bekommen Sie keine eigene Domain: so was ist immer kostenpflichtig.

In fortschrittlichen Personalabteilungen kommen Infografiken gut an. Auch Personalentscheider mögen Bilder und hübsch verpackte Informationen. Tools im Internet, mit denen sich so etwas ziemlich einfach basteln lässt, sind Vizualize.me und resumUP.com. Auch Infografiken sind wie Gewürze in der Küche: vorsichtig einstreuen, sonst ist das ganze Gericht verdorben.

Das Internet hat aber nicht nur Vorteile

Zuletzt noch ein Wort über den Karrierekiller Internet. Personalentscheider surfen gerne. Die sozialen Netzwerke des Internets laufen ja von unverstellten Bewerber-Informationen über. Manche Funde könnten dem Entscheidungsträger die Lust nehmen, sich zu einem Vorstellungsgespräch mit dem Verursacher zu treffen. Partyfotos, blöde Bemerkungen und Posts voller grammatikalischer und Rechtschreibfehler rücken Sie in ein Licht, in dem Sie sich garantiert nicht präsentieren wollen. Sollten Sie die Unvorsichtigkeit begangen haben, Ihre Netzreputation zu beschädigen, heißt es vor jeder Bewerbung: aufräumen.

Ganz Pfiffige schaffen nicht nur den Müll beiseite, der sich im www unter ihrem Namen angesammelt hat – sie legen bewusst digitale Spuren eines sozial und professionell interessierten Mitbürgers an. Über solch ein Verhalten kann man geteilter Meinung sein. Eins ist aber sicher: Wenn Sie ein „Streber-Profil“ anlegen, dann tun Sie das nicht eine Woche vor der Bewerbung.

Fazit: Sammeln Sie Informationen. Nutzen Sie Formatierungs-Dienste. Setzen Sie eventuell grafische Finessen sparsam ein. Schaffen Sie die Party-Fotos beiseite. Und seien Sie ehrlich. Wer rote Äpfel verkaufen will, obwohl er nur grüne hat, wird spätestens auf dem Markt damit scheitern.

SCORE Personal ist eine der führenden Personalberatungen im deutschen Gesundheitswesen. Wir bieten Ihnen ausgewählte Stellenangebote aus der Alten- und Krankenpflege und stellen Sie ausschließlich bei renommierten und angesehenen Pflegeeinrichtungen in ganz Deutschland vor – je nach Wunsch und für Sie absolut kostenloshier geht es zu unseren Stellenangeboten.
2017-02-23T15:32:03+00:00