Behandlungspflege – wie moderne Methoden die Lebensqualität von Patienten verbessern

Die medizinische Behandlungspflege, die hauswirtschaftliche Versorgung und die Grundpflege stellen die drei Grundpfeiler der häuslichen Krankenpflege dar. Dabei wird die Behandlungspflege vom Arzt verordnet und kann aus verschiedenen Gründen erforderlich sein.

Was ist Behandlungspflege?

Behandlungspflege wird vom Arzt verschrieben, wenn medizinische Pflegeleistungen nötig sind und diese Leistungen nur von Fachpersonal durchgeführt werden dürfen. Dazu gehören unter anderem Wundversorgung, Verbandswechsel und die Behandlung eines Dekubitus.

In der Regel ist die medizinische Behandlungspflege zunächst zeitlich begrenzt. Das initiale Rezept des Arztes gilt für zwei Wochen. Ist nach dieser Dauer eine Fortführung nötig oder ist bereits absehbar, dass die Leistungen länger als sechs Monate in Anspruch genommen werden müssen, kann ein Antrag bei der Pflegeversicherung erforderlich sein. Dazu wird wiederum der Pflegegrad festgestellt.

Krankenhausvermeidungspflege und Sicherungspflege als Sonderformen

Kann ein Krankenhausaufenthalt durch die medizinische Versorgung zu Hause verkürzt oder sogar vollständig vermieden werden, stellt der Arzt ein Rezept für Krankenhausvermeidungspflege aus. Diese Sonderform ist zunächst auf vier Wochen befristet und umfasst die gleichen Leistungen wie die Behandlungspflege.

Ähnlich verhält es sich bei der Sicherungspflege. Diese ist dann angeraten, wenn die Behandlungspflege zur Vermeidung eines erneuten Krankheitsausbruchs oder einer Verschlimmerung bestehender Erkrankungen erforderlich ist. Sie wird unbefristet erteilt.

Was gehört zur Behandlungspflege? Liste der Leistungen

Die Behandlungspflege umfasst alle Leistungen, die nur durch medizinische Fachkräfte mit entsprechender Ausbildung oder Weiterbildung durchgeführt werden dürfen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Absaugen der oberen Luftwege
  • An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen
  • Anlegen von Kompressionsverbänden
  • Blasenspülung
  • Dekubitusbehandlung
  • Inhalation
  • Injektionen
  • Katheterpflege und -wechsel
  • Messen von Blutdruck und Blutzucker
  • Pflege von Ernährungssonden
  • Stomaversorgung
  • Wundversorgung und Verbandswechsel

Behandlungspflege – was zählt nicht dazu?

Die Behandlungspflege wird von der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung abgegrenzt. Sie beinhaltet daher keine Leistungen, die bereits durch die anderen Formen der Pflege und Unterstützung abgedeckt sind. In der hauswirtschaftlichen Versorgung inbegriffen sind unter anderem:

  • Einkauf von Lebensmitteln, Verbrauchsgütern und Arzneimitteln
  • Zubereitung von Mahlzeiten
  • Spülen des Geschirrs
  • Wäschewechsel und Waschen
  • Heizen
  • Entsorgung des Mülls

Sie dient dazu, die Versorgung sicherzustellen, Hygiene zu gewährleisten und das Lebensumfeld zu erhalten. Ebenso wie die Grundpflege gehört sie damit einer anderen Kategorie als die Behandlungspflege an.

Was ist der Unterschied zwischen Behandlungspflege und Grundpflege?

Die Grundpflege umfasst alle Maßnahmen, die der Erfüllung der Grundbedürfnisse dienen.

  • Anreichen oder Verabreichen von Nahrung (auch Sonden- und Trinknahrung)
  • Kontinenz- und Toilettentraining
  • Kontrakturenprophylaxe
  • Künstliche Ausgänge reinigen und versorgen
  • Positionierung mit und ohne Hilfsmittel
  • Reinigung von Harnröhrenkathetern
  • Unterstützung oder Durchführen des An- und Auskleidens
  • Unterstützung oder Durchführung von Waschen, Duschen und Baden sowie weitere Körperpflege
  • Vorbeugende Maßnahmen gegen Dekubitus, Pilzbefall, Lungenentzündung, Thrombose, Verstopfung und weiteren typischen Krankheitsfolgen
  • Wechsel von Katheterbeuteln

Die Behandlungspflege beinhaltet diese im Gegensatz nicht, sondern ist auf die gezielte Therapie von Erkrankungen und Verletzungen ausgerichtet.

In welchen Bereichen spielt die Behandlungspflege eine Rolle?

Die Behandlungspflege ist ein fester Bestandteil in der Altenpflege, der Kinderkrankenpflege sowie der Gesundheits- und Krankenpflege. Sie kann von allen in Anspruch genommen werden, die durch Verletzung, Krankheit oder altersbedingte Einschränkungen eine spezielle medizinische Versorgung benötigen. Die Behandlungspflege kann in der häuslichen oder stationären Pflege, im betreuten Wohnen oder während einer Reha erfolgen.

Behandlungspflege: Wie lange dauert sie an?

Die ärztliche verordnete Pflege wird anfangs meist auf zwei Wochen begrenzt. Ist bereits eine längere Dauer absehbar, können die Krankenhausvermeidungspflege oder die Sicherungspflege passende Alternativen darstellen. Für gewöhnlich wird dafür gleichzeitig eine Pflegestufe nötig.

Wo wird die Behandlungspflege beantragt?

Für die Behandlungspflege ist eine ärztliche Verschreibung erforderlich. Bei einer Notwendigkeit für einen längeren Zeitraum muss eine Pflegestufe bei der Krankenkasse beziehungsweise bei der Pflegekasse gestellt werden. Hierzu reicht ein formloses Schreiben, eine telefonische Antragstellung oder das Anfordern eines Formulars. Der erste Ansprechpartner ist die Krankenkasse, die auf die Möglichkeiten hinweist.

In der Folge wird festgestellt, ob eine Pflegestufe vorliegt und welche aktuell gilt. Damit wird auch klar, welche Leistungen in Anspruch genommen werden können. Die Antragsstellung kann durch Patienten selbst, Angehörige oder den Pflegedienst erfolgen. Eine erneute Überprüfung in regelmäßigen Abständen, bei Verschlimmerung oder zu geringer Einstufung, ist sinnvoll.

Wer darf die Behandlungspflege durchführen?

Die medizinische Behandlungspflege darf ausschließlich von Fachkräften mit der entsprechenden Aus- oder Weiterbildung durchgeführt werden. Examinierte Pflegefachkräfte oder Pflegehelfer mit ausreichend Berufserfahrung und Zusatzausbildung sind dazu berechtigt. In einzelnen Fällen können Elemente der Behandlungspflege von dem Patienten selbst oder von pflegenden Angehörigen durchgeführt werden. Das Messen von Blutdruck und Blutzucker sowie die Injektion von Insulin gehören beispielsweise dazu. Die Behandlungspflege greift also dann, wenn die nötigen Maßnahmen noch nicht oder nicht mehr von Patienten selbst oder pflegenden Angehörigen übernommen werden können.

Wer trägt die Kosten für die Behandlungspflege?

Die Kosten der Behandlungspflege für befristete und kurze Zeiträume werden von der Krankenkasse übernommen. Unbefristete oder längere Inanspruchnahme fällt in die Zuständigkeit der Pflegekasse.

Hinzu kommt, dass Patienten über 18 Jahre fallabhängig eine Zuzahlung leisten müssen. Die Abrechnung prozentual und täglich. Dabei entspricht die Zuzahlung 10 Prozent der Kosten, jedoch nicht mehr als 10 Euro pro Tag. Zusätzlich gibt es eine Höchstgrenze. Diese schützt Menschen mit einem hohen Pflegebedarf. Die Grenze liegt bei einem Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens. Erreichen die Ausgaben für Pflegemittel, -maßnahmen, Behandlungen, Medikamente und sonstige Leistungen der Kranken- und Pflegekasse ein Prozent des Bruttoeinkommens, kann eine Befreiung von der Zuzahlung erfolgen. Hierfür ist ein Antrag bei der Krankenkasse nötig.

Behandlungspflege – Weiterbildung in Anspruch nehmen

Da die Leistungen der Behandlungspflege nur von examinierten Pflegekräften durchgeführt werden dürfen, aber oftmals nötig und nachgefragt sind, empfiehlt sich das Erwerben der entsprechenden Qualifikation. Dies ist auch Pflegehelfern möglich, die über mindestens zwei Jahre Berufserfahrung verfügen. Die Berechtigung zur Behandlungspflege kann beruflich neue Möglichkeiten eröffnen, da sie in zahlreichen Bereichen erforderlich ist und sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Pflege eine Rolle spielt. Sie erweitert das Feld der Möglichkeiten in der Versorgung, vergrößert die Kompetenz und damit gleichermaßen das Verdienstpotenzial und die Einsatzfähigkeit. Für Pflegedienste ist es ratsam, allen Mitarbeitern eine entsprechende Weiterbildung zu ermöglichen und damit die Versorgung einfacher zu gestalten.

Von der ärztlichen Verschreibung über nötige Anträge bis hin zu der Kostenübernahme ist das Wissen zur Behandlungspflege nicht auf die bloßen Maßnahmen der Versorgung begrenzt. Patienten und Angehörige über erforderliche Schritte aufzuklären, stellt die mögliche Unterstützung sicher und verhindert vermeidbare Komplikationen, Verschlimmerungen und Folgeschäden.


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