Gefahrenquellen im Pflege-Alltag: Pflegebedürftige effektiv schützen!

Im Pflege-Alltag lauert manch eine Gefahr. Da Pflegebedürftige bekanntermaßen zu einer besonders stark gefährdeten Bevölkerungsgruppe gehören, sind spezielle Maßnahmen empfehlenswert. Im Pflege-Alltag sollten sich die Pflegekräfte Gedanken machen, wie sie den Senioren bestmöglichen Schutz bieten können. Mehr über Gefahrenquellen im Pflege-Alltag gibt es im folgenden Beitrag.

Gefahrenquellen im Pflege-Alltag

Die Sturzgefahr für Senioren

Im pflegerischen Alltag gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Risiken und Gefahren. Regelmäßig stürzen Pflegebedürftige und riskieren ihre Gesundheit. Statistiken kommen zum Ergebnis, dass fast ein Drittel der Menschen im Alter von über 65 Jahren mindestens einmal pro Jahr stürzt. Mit fortschreitendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit. Bei den Über-80-Jährigen ist es fast die Hälfte, die von jährlichen Stürzen berichtet. Glücklicherweise ist nicht jeder Sturz unmittelbar mit schwerwiegenden Gesundheitsgefahren verbunden. Allerdings führen 1/10 der Stürze zu Verletzungen, die anschließend einer medizinischen Behandlung bedürfen. In seltenen Fällen sind diese lebensbedrohlich. Wenn der Sturz glimpflich verläuft und keine physischen Schäden die Folge sind, ist die Psyche häufig der Leidtragende. Angst vor Bewegung führt zu einem sozialen Rückzug. Betroffene meiden die Gesellschaft und bleiben vorzugsweise im sicheren Bett. Um Physis und Psyche der Pflegebedürftigen gleichermaßen zu schützen, ist eine professionelle Sturz-Prävention erforderlich.

Alltägliche Unfallgefahren beseitigen

Die Unfallgefahren des Alltags sind omnipräsent. Ganz gleich, ob Pflegebedürftige im eigenen Haushalt wohnen oder in einem Pflegeheim untergebracht sind – trotz altersgerechter Einrichtung lassen sich Unfallgefahren meist nicht vermeiden. Kabel, Teppiche oder hohe Kanten sind Gefahrenstellen des Alltags. Das Gleiche gilt für Treppen ohne Handlauf oder schwer zugängliche Stellen im eigenen Haus. Wenn das Eigenheim der Pflegebedürftigen nicht den Anforderungen des fortgeschrittenen Alters entspricht, haben es die Pflegedienste schwer. Es liegt an ihnen gemeinsam mit den Angehörigen, die alltäglichen Unfallgefahren zu beseitigen und somit das Verletzungsrisiko zu minimieren.

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Feuerschutz und Rauchmelder

Nicht jede Gefahr lauert zwingend im Alltag der Pflegekräfte. Wenn die Pflegebedürftigen alleine sind, läuft nicht immer alles nach Plan. Pflegebedürftige haben oftmals die Möglichkeit, selbst zu kochen und die eigene Küche zu nutzen. Schließlich ist es wahrlich schwer, sich den Verlust der Selbstständigkeit einzugestehen. Doch nicht immer klappt das Kochen wie früher. Vergessliche Pflegebedürftige lassen den Herd an und schon ist es passiert – die Brandgefahr steigt. Mit einem Rauchmelder, schnell erreichbaren Feuerlöschern und Notrufsystemen treffen Pflegende die richtigen Vorkehrungen, um die Pflegebedürftigen trotz Selbstständigkeit weitgehend zu schützen.

Gewalt ist keine Lösung

Ein weiteres Problem ist Gewalt in der Pflege. Die meisten Pflegekräfte und Angehörigen wollen nur das Beste für die pflegebedürftigen Senioren. Doch schwarze Schafe gibt es überall. Um die Gefahrenquellen im Pflege-Alltag zu verringern, muss Gewalt frühzeitig erkannt werden. In der Pflege treten unterschiedliche Formen von Gewalt auf. Sexueller Missbrauch, emotionale Gewalt, psychisches Mobbing, finanzielle Ausnutzung oder Vernachlässigung sind Gewaltformen, die das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen stark beeinträchtigen. Diese verlieren ihr Vertrauen und finden sich mit ihrem Schicksal ab. Da die Pflegebedürftigen das schwächste Glied in der Kette sind, bedürfen diese den Schutz der Gesellschaft. Angehörige und Pflegekräfte sollten das Verhalten der Pflegebedürftigen beobachten und Warnzeichen nicht ignorieren.

Neue Gefahren in 2020: die Corona-Pandemie

2020 ist ein Jahr wie kein Anderes. Covid-19 hat seit Jahresanfang die Welt im Griff. Jeder Lebensbereich ist betroffen. Dennoch gibt es Bevölkerungsgruppen, die besonders umfassenden Schutz bedürfen. Naturgemäß gehören die Pflegebedürftigen aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters oder der angeschlagenen Gesundheit zu denjenigen Personengruppen, die für einen schweren Verlauf von Covid-19 prädestiniert sind. Um Pflegebedürftige effektiv zu schützen, bedarf es innovativer Schutzmaßnahmen. Kontaktverbote und Hygienemaßnahmen sind geeignet, um das Ansteckungsrisiko für die Risikogruppen zu verringern. Aufgrund von Isolation und Vereinsamung drohen psychische Schäden der Pflegebedürftigen.

Hochwertige Einrichtung und kompetentes Personal

Für einen effektiven Schutz der Pflegebedürftigen sind eine bedarfsgerechte Einrichtung und kompetentes Personal die Basis. Ganz gleich, ob Zuhause oder im Pflegeheim – die Einrichtung sollte vom Bett über das Badezimmer bis hin zu sonstigen Alltagsgegenständen dem Zustand der Pflegebedürftigen entsprechen. Zudem ist es keine Alternative, im Zuge des Fachkräftemangels ungeschultes Personal auf Pflegebedürftige loszulassen. Humane Pflege erfordert Empathie, Fachwissen und Leidenschaft – nur wer diese Eigenschaften aufweist, kann die Gefahrenquellen im Pflege-Alltag erkennen und die Pflegebedürftigen effektiv schützen.

Hohe Standards und Dokumentation

Mit hohen Standards und einer regelmäßigen Dokumentation lassen sich viele Probleme angehen. Zum einen kann die Dokumentation helfen, Verbesserungspotential im pflegerischen Alltag zu identifizieren. Wenn die Aufzeichnungen zum Ergebnis kommen, dass in einer bestimmten Alltagssituation regelmäßig Gefahren entstehen, können diese leicht verhindert werden. Zum anderen sind Richtlinien und die Dokumentation ein geeignetes Mittel, um Gewalt gegenüber Senioren zu erkennen und letztendlich zu verhindern. Menschenwürde und körperliche Integrität gehören zu den bedeutendsten Grundrechten in unserem Land – Pflegende sollten alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Rechte der Pflegebedürftigen zu schützen.

Digitalisierung nutzen – altersgerechte Assistenz-Systeme

Der Megatrend Digitalisierung bietet eine Chance für den Schutz der Pflegebedürftigen. Lebensrettende Alarmsysteme und digitale Unterstützungen können die Sicherheit in den eigenen vier Wänden erhöhen. Mit universellen Fernsteuerungen oder automatischen Sturzmeldesystemen lassen sich Smart-Home-Technologie und bedarfsgerechte Pflege kombinieren. Hightech kann im Pflege-Alltag helfen, um typische Gefahren zu erkennen. Pflege sollte sich modernen Entwicklungen nicht versperren, um das optimale Pflege-Ergebnis zu erzielen.

Das Fazit – der optimale Schutz für Pflegebedürftige

Optimaler Schutz für Pflegebedürftige ist individuell. Der eine Pflegebedürftige stürzt regelmäßig, während der Andere gerne nachts die Küche benutzt. Einige Senioren bewegen sich in einem Umfeld, das vor Gewalt an Pflegebedürftigen nicht zurückschreckt, während für andere Pflegebedürftige das Corona-Virus omnipräsent ist. Die Gefahrenquellen im Pflege-Alltag sind vielfältig – Pflegende müssen somit individuelle Konzepte entwerfen, um jeden Pflegebedürftigen effektiv zu schützen.

Bedarfsgerechte Pflege statt standardisierte Maßnahmen heißt die Devise!