Was kostet eine Personalvermittlung in der Pflege?

Was kostet eine Personalvermittlung in der Pflege

Die Frage nach den Kosten einer Personalvermittlung in der Pflege gehört zu den ersten, die Einrichtungsleitungen und Personalverantwortliche stellen – und zu den am häufigsten missverstandenen. Denn die Antwort hängt stark davon ab, welches Modell gemeint ist: Zeitarbeit, Honorarvermittlung oder Direktvermittlung in Festanstellung. Dieser Beitrag bezieht sich ausschließlich auf die Direktvermittlung – also das Modell, bei dem Pflegefachkräfte dauerhaft und sozialversicherungspflichtig bei der Einrichtung angestellt werden.

Was ist eine Personalvermittlung in der Pflege überhaupt?

Personalvermittlung in der Pflege bedeutet: Ein spezialisierter Dienstleister sucht passende Pflegefachkräfte für eine Einrichtung, qualifiziert und vermittelt sie – mit dem Ziel einer Festanstellung beim Arbeitgeber. Der Vermittler tritt danach aus dem Verhältnis heraus. Die Pflegekraft arbeitet direkt für die Einrichtung, nicht für den Vermittler. Das unterscheidet dieses Modell grundlegend von Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung, bei denen die Fachkraft beim Verleiher angestellt bleibt und nur vorübergehend eingesetzt wird.

Wie berechnet sich das Honorar?

Das branchenübliche Modell für Direktvermittlung in der Pflege ist eine erfolgsbasierte Vergütung. Ein Honorar entsteht nur dann, wenn tatsächlich eine Vermittlung zustande kommt – also wenn eine Pflegefachkraft den Arbeitsvertrag unterzeichnet und die Tätigkeit aufnimmt.

Die Höhe orientiert sich in der Regel am Bruttogehalt der vermittelten Fachkraft. Bei SCORE Personal beträgt das Honorar zwei Monatsbruttogehälter der vermittelten Kraft. Damit bewegt sich das Modell in einem für die Branche typischen Rahmen.

Das Honorar teilt sich auf zwei Raten auf:

  • Erste Rate bei Unterzeichnung des Arbeitsvertrags
  • Zweite Rate nach einer definierten Verweildauer (sogenannte Treue-Rate)

Die zweigeteilte Zahlung dient der Qualitätssicherung: Die zweite Rate fällt nur an, wenn die Pflegekraft nach einer festgelegten Zeit noch in der Einrichtung tätig ist. Das schafft ein gemeinsames Interesse an nachhaltiger Besetzung.



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Was kostet Personalvermittlung konkret – ein Beispiel?

Zur Einordnung ein vereinfachtes Rechenbeispiel: Wird eine examinierte Pflegefachkraft mit einem Bruttogehalt von 3.400 Euro pro Monat vermittelt, ergibt sich ein Gesamthonorar von 6.800 Euro brutto – aufgeteilt in zwei gleiche Teile. Die zweite Rate wird erst nach der vereinbarten Verweildauer fällig.

Zum Vergleich: Die Kosten für Zeitarbeit in der Pflege liegen häufig deutlich höher, da die Stundensätze für Leihpersonal typischerweise den Arbeitnehmerpreis erheblich übersteigen – und das dauerhaft, solange die Kraft im Einsatz ist, ohne dass eine dauerhafte Lösung entsteht. Eine einmalige Vermittlungsprovision amortisiert sich bei einer langfristigen Festanstellung entsprechend schnell.

Gibt es ein finanzielles Risiko für die Einrichtung?

Das Modell der Direktvermittlung ist vollständig erfolgsorientiert. Es entstehen keine Kosten, wenn keine Vermittlung zustande kommt – weder für Suchaufwand noch für Kandidatenvorschläge. Für Pflegeeinrichtungen, die Mitarbeiter finden möchten, ohne ein finanzielles Vorleistungsrisiko einzugehen, ist das ein relevanter Faktor.

Für Bewerberinnen und Bewerber ist das Modell grundsätzlich kostenlos. Wer über eine Personalvermittlung in eine neue Stelle wechselt, trägt keine Vermittlungskosten.

Was ist inbegriffen – und was nicht?

Das Honorar deckt den gesamten Vermittlungsprozess ab: von der aktiven Kandidatensuche über Vorauswahl und Qualifizierungsprüfung bis zur Koordination des Bewerbungsgesprächs. Viele spezialisierte Personalvermittlungen in der Pflege verfügen über eigene Kandidatennetzwerke und aktive Bewerberbanken, die für die Einrichtungen nicht direkt zugänglich wären.

Was nicht inbegriffen ist: laufende Personalkosten, Einarbeitungsaufwand oder sonstige interne Kosten auf Seiten der Einrichtung. Diese entstehen bei jeder Neubesetzung – unabhängig vom Recruiting-Weg.

Wer beim Thema Recruiting noch unsicher ist, welche Maßnahmen sinnvoll sind, findet im Beitrag zum Schreiben einer Stellenanzeige für Pflegefachkräfte praktische Hinweise für die Vorbereitung parallel zur Vermittlung.

Was unterscheidet Direktvermittlung von Zeitarbeit in der Pflege?

Dieser Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit, weil beide Begriffe im Markt oft durcheinandergebracht werden.

Direktvermittlung: Die Pflegekraft wird dauerhaft bei der Einrichtung angestellt. Einmaliges Honorar bei erfolgreicher Besetzung. Kein laufender Aufwand für den Vermittler nach der Vermittlung.

Zeitarbeit / Arbeitnehmerüberlassung: Die Pflegekraft bleibt beim Zeitarbeitsunternehmen angestellt und wird an die Einrichtung „verliehen“. Laufende Stundensätze, keine dauerhafte Besetzung, keine nachhaltige Lösung des Personalproblems.

Diese Abgrenzung ist praktisch relevant: Einrichtungen, die auf Zeitarbeit setzen, lösen ihr strukturelles Personalproblem nicht – sie überbrücken es temporär, zu dauerhaft anfallenden Kosten. Wer dagegen gezielt Pflegefachkräfte finden und dauerhaft besetzen möchte, kommt an einer Strategie für Festanstellungen nicht vorbei.

FAQ: Personalvermittlung Pflege – Kosten und Konditionen

Wie hoch ist das typische Honorar für eine Personalvermittlung in der Pflege?

Das Honorar beträgt in der Regel zwischen einem und drei Monatsbruttogehältern der vermittelten Fachkraft. Bei SCORE Personal sind es zwei Monatsbruttogehälter, aufgeteilt in zwei Raten.

Wann wird das Honorar fällig?

Die erste Rate bei Vertragsunterzeichnung, die zweite nach einer definierten Verweildauer. So trägt auch der Vermittler Verantwortung für die Nachhaltigkeit der Besetzung.

Zahlen Bewerber ebenfalls?

Nein. Für Pflegefachkräfte ist die Vermittlung kostenfrei.

Gilt das Honorar auch bei Führungskräften?

Ja. Die gleiche Regelung gilt für Pflegedienstleitungen, Wohnbereichsleitungen und andere Führungskräfte im Gesundheitswesen – das Honorar ergibt sich dann entsprechend aus deren Bruttogehalt.

Was passiert, wenn die Pflegekraft das Unternehmen kurzfristig wieder verlässt?

Die Aufteilung des Honorars in zwei Raten ist genau dafür konzipiert. Die Treue-Rate wird nur fällig, wenn die Fachkraft die vereinbarte Verweildauer erreicht.

Ist Personalvermittlung teurer als Zeitarbeit?

Auf den ersten Blick erscheint das Honorar hoch. Langfristig gerechnet ist Zeitarbeit in der Pflege jedoch in der Regel kostspieliger, da laufende Stundensätze dauerhaft anfallen und keine dauerhafte Besetzung entsteht.

Einrichtungen, die konkret nach qualifizierten Pflegefachkräften suchen, finden auf der Seite zur Personalvermittlung Pflege weitere Informationen zum Leistungsumfang und Ablauf.