Nabelstein entfernen – Ursachen, Vorbeugung und die richtige Vorgehensweise

nabelsteine

Manchmal entdeckt man ihn eher zufällig: einen kleinen, dunklen Klumpen im Bauchnabel, der sich hartnäckig hält. Mediziner nennen ihn Omphalolith, im Alltag hat sich der Begriff Nabelstein durchgesetzt. Besonders in der Pflege begegnet man dem Phänomen immer wieder – gerade bei älteren Menschen, die sich nicht mehr so gründlich selbst waschen können wie früher. Was dahintersteckt, wie Sie einen Nabelstein sicher entfernen und worauf Sie in der Nachsorge achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wie entsteht ein Nabelstein?

Jeder Bauchnabel ist anders geformt – bei manchen Menschen eher flach, bei anderen deutlich tiefer eingezogen. Ist der Bauchnabel ungewöhnlich tief, bietet er ideale Bedingungen für die Entstehung eines Nabelsteins. Mangelnde oder nicht ausreichend gründliche Reinigung begünstigt das Ganze zusätzlich.

Im Laufe der Zeit sammeln sich im Bauchnabel abgestorbene Hautzellen und kleine Fusseln von Kleidungsstücken. Beim Duschen wird oft mit dem Finger im Bauchnabel „gepuhlt“, wodurch sich Haut- und Fusselreste noch tiefer hineindrücken. Über Monate oder Jahre verdichtet sich dieses Material zu einem festen, meist braunen oder schwarzen Klumpen – dem Nabelstein oder Bauchnabelstein. Und der sitzt dann erstaunlich fest.

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Nabelstein entfernen – so gehen Sie sicher vor

Die gute Nachricht zuerst: Ein Nabelstein lässt sich in aller Regel problemlos selbst oder im Rahmen der Grundpflege entfernen – vorausgesetzt, man geht mit etwas Geduld vor. Wer ihn mit Gewalt herauszieht, riskiert kleine Hautverletzungen, weil der Stein mit der umliegenden Haut verwachsen sein kann.

Sie benötigen dafür nur wenige Dinge: etwas Pflegeöl, eine Einwegspritze, mehrere Wattestäbchen, ein Handtuch und eine Pinzette. Eine kleine Taschenlampe kann zusätzlich helfen, den Bauchnabel gut auszuleuchten.

  • Geben Sie mit der Einwegspritze etwas Pflegeöl in den Bauchnabel und verteilen Sie es mit einem Wattestäbchen
  • Lassen Sie das Öl 2–3 Tage einwirken, damit sich der Stein aufweicht
  • Am besten entfernen Sie ihn anschließend während eines Vollbades oder im Rahmen der Grundpflege – das warme Wasser weicht zusätzlich auf
  • Legen Sie die betreffende Person für die Entfernung in Rückenlage und sorgen Sie für gutes Licht
  • Greifen Sie den Nabelstein vorsichtig mit der Pinzette. Spüren Sie Widerstand, ist er noch mit dem Gewebe verankert – dann lieber weitere 1–2 Tage einweichen, statt zu ziehen
  • Trocknen Sie den Bauchnabel danach gründlich ab, auch in den kleinen Falten

Entdecken Sie unter dem Stein gerötete oder entzündete Stellen, informieren Sie den behandelnden Arzt. So lässt sich ausschließen, dass es sich um einen Bauchnabelpilz handelt, der gegebenenfalls behandelt werden muss.

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Ist ein Nabelstein gefährlich?

In den allermeisten Fällen: nein. Ein Nabelstein besteht aus abgestorbenen Hautzellen, Talg und Textilfasern und verursacht normalerweise keine Schmerzen. Trotzdem gibt es ein paar Anzeichen, bei denen Sie aufmerksam werden sollten:

  • Rötung oder Schwellung rund um den Bauchnabel
  • Unangenehmer Geruch, der auf eine beginnende Entzündung hindeutet
  • Nässende oder blutende Stellen nach der Entfernung
  • Anhaltende Schmerzen, auch nach mehreren Tagen Einweichen

Treten diese Symptome auf, sollten Sie nicht selbst weiter herumprobieren, sondern einen Arzt hinzuziehen. Eine beginnende Infektion lässt sich so frühzeitig erkennen und behandeln.

Nabelsteinen vorbeugen

Wer regelmäßig auf eine gründliche Bauchnabelhygiene achtet, kann der erneuten Bildung wirksam vorbeugen. Gerade bei pflegebedürftigen Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit lohnt es sich, die Nabelpflege fest in die tägliche Grundpflege einzuplanen:

  • Den Bauchnabel beim Duschen oder Waschen bewusst mitreinigen, nicht nur „mitwaschen“
  • Nach dem Waschen gründlich abtrocknen, damit sich keine Feuchtigkeit staut
  • Bei tiefliegendem Bauchnabel gelegentlich mit einem weichen, feuchten Tuch nachreinigen
  • Die Hautinspektion fest in den Pflegealltag integrieren, nicht nur bei einer Neuaufnahme

Diese kleinen Handgriffe verhindern, dass sich über Monate erneut Ablagerungen bilden – und ersparen allen Beteiligten die aufwendige Entfernung.

Nachbereitung und Dokumentation in der Pflege

Im stressigen Pflegealltag hat man nicht immer alles im Blick – das ist menschlich und völlig nachvollziehbar. Trotzdem lohnt es sich, gerade bei neuen Bewohnerinnen und Bewohnern zu Beginn eine gründliche Hautinspektion vorzunehmen. Dazu gehört, sich über den intakten Hautzustand an schwer zugänglichen Stellen zu vergewissern:

  • Hinter den Ohren
  • In den Ohren (Achtung: nicht mit Wattestäbchen in den Gehörgang!)
  • Zwischen den Fingern
  • In Hautfalten, etwa unter der Brust oder in Bauchfalten
  • Zwischen den Zehen
  • Bei Kontrakturen zusätzlich in Kniekehlen, Ellenbeugen und Handinnenflächen

Die Ergebnisse Ihrer Inspektion sollten Sie an geeigneter Stelle dokumentieren – im Pflegebericht, der Anamnese oder dem SIS-Bogen. Das gilt auch, wenn Sie nach längerer Abwesenheit, etwa Urlaub oder Krankheit, Ihren Dienst wieder aufnehmen, oder wenn Sie eine neue Stelle als Pflegefachkraft antreten. Damit belegen Sie zweierlei: dass eine gründliche Hautbeobachtung stattgefunden hat, und dass ein möglicher Nabelstein nicht erst durch mangelnde Pflege in Ihrer Zuständigkeit entstanden ist.

Leider kommt es immer wieder vor, dass Ärzte, der Medizinische Dienst, Krankenhauspersonal oder Angehörige vorschnell eine nachlässige Pflege unterstellen, wenn ein Nabelstein entdeckt wird. Eine saubere Pflegedokumentation schützt Sie in solchen Situationen zuverlässig. Legen Sie außerdem in der Maßnahmenbeschreibung fest, wie der Nabel künftig gepflegt werden soll, und informieren Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen darüber. So gehören Nabelsteine bei diesem Bewohner bald der Vergangenheit an.



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Häufige Fragen zum Nabelstein

Wie lange dauert es, bis sich ein Nabelstein bildet?

Die Bildung dauert in der Regel mehrere Jahre. Nabelsteine entstehen schleichend durch die Ansammlung von Hautschuppen, Talg und Fasern – über Nacht bildet sich keiner.

Ist die Entfernung schmerzhaft?

Richtig durchgeführt ist sie schmerzfrei. Entscheidend ist, den Stein vorher ausreichend mit Öl einzuweichen und ihn niemals mit Gewalt herauszuziehen.

Kann ich einen Nabelstein selbst entfernen?

Ja, in den meisten Fällen ist das zu Hause oder im Rahmen der Grundpflege problemlos möglich. Bei Entzündungszeichen oder starkem Widerstand sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

Warum bekommen gerade ältere Menschen häufiger Nabelsteine?

Mit zunehmendem Alter lässt die Beweglichkeit oft nach, wodurch die tägliche Körperpflege schwieriger wird. In Kombination mit einem tiefliegenden Bauchnabel begünstigt das die Ablagerung über längere Zeiträume.