Mitarbeiter motivieren – Glückliche Altenpfleger pflegen besser

Wie definieren Sie Mitarbeiter? Fleißig, faul, wichtig, „Schlüssel zum Erfolg“, unverzichtbar, unselbständig, verantwortungsvoll, gewissenhaft, brauchen Führung… Sicherlich fallen Ihnen mehrere Attribute ein, je länger Sie darüber nachdenken und vielleicht haben Sie auch gerade den einen oder anderen Mitarbeiter vor Ihrem geistigen Auge.

Wir haben auch einen Vorschlag:

Mitarbeiter sind eigenständig denkende und menschliche Wesen.

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Gerade die Berufe Altenpflege und Krankenpflege werden mit den Begriffen „Frust“, „anstrengend“, ja sogar „bemitleidenswert“ in Verbindung gebracht. Und das nicht völlig ohne Grund.

Wir möchten Ihnen ein paar Tipps an die Hand geben, mit denen Sie Ihre Mitarbeiter motivieren können, ihren Job gerne auszuüben. Es gibt nichts Schlimmeres, als täglich gefrustet zur Arbeit zu gehen. Die Folgen leiten nicht selten einen „Teufelskreis“ ein: Krankheit – Mehrarbeit – Fluktuation – Unterbesetzung – Krankheit – etc.

Keine Sorge, wir reden nicht davon, dass Sie Ihre Mitarbeiter besser bezahlen sollen. Wir setzen eine gerechte Vergütung voraus, damit überhaupt erst von einem anständigen Arbeitsverhältnis geredet werden kann.

Geld ist ein schlechter Motivator – Wertschätzung geht anders

Vielleicht spielen Sie hin und wieder mit dem Gedanken, dass Gehalt einzelner oder aller Mitarbeiter zu erhöhen. Das kann natürlich vereinzelt sinnvoll sein, aber als Motivator ist Geld eher ungeeignet.

Ein Mitarbeiter, dem Sie ein höheres Gehalt anbieten, ist ohnehin davon überzeugt, dass er diese Erhöhung schon seit langem verdient. Der Leistungsschub ist in der Regel bereits nach ein bis zwei Monaten verklungen.

Wenn Sie Mitarbeiter der Altenpflege fragen, was sie sich von ihren Vorgesetzten am meisten Wünschen, fällt häufig der Begriff „Wertschätzung“.

Darüber sollte sich jeder Vorgesetzte freuen. Denn Wertschätzung muss nicht viel kosten und beginnt bereits mit einem freundlichen „gut gemacht“. So können Sie sich beispielsweise bei Ihrem nächsten Kontrollgang vornehmen, mal nur auf die positiven Dinge zu achten und diese auch bewusst anzusprechen.

So motivieren Sie ihre Altenpflege Mitarbeiter – unsere 5 Tipps

Transparenz

Arbeiten Sie transparent, seien Sie offen und ehrlich – natürlich auch gegenüber Ihren Mitarbeitern. Wir alle kennen mehr oder weniger die Arbeitsumstände in den Pflegeberufen. Zeitdruck, Stress, Personalknappheit sind an der Tagesordnung. Mitarbeiter haben ständig das Gefühl „unterbesetzt“ zu sein. Kennen Ihre Mitarbeiter denn Ihren Personalschlüssel?

Sie erfüllen alle gesetzlichen Vorgaben, haben eine gute Fachkraftquote und dennoch unzufriedene Mitarbeiter? Dann sollten Sie diese auch in die gesellschaftspolitischen Vorgaben einweihen. Erklären Sie Ihren Mitarbeitern, wie sich Ihr Personal anhand der Pflegegrade berechnet.

Sinnvoll kann es auch sein, Personalentscheidungen offen und ehrlich zu erläutern. Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit und lassen Sie sie an Ihren Gedanken und Plänen teilhaben.

Somit sind wir beim nächsten Tipp:

Ziele vereinbaren:

Welche Ziele haben Sie für Ihre Einrichtung? Und: Sind Ihren Mitarbeitern diese Ziele bekannt? Falls nein, warum nicht?

Ziele, die wir uns setzen, geben unserer Arbeit einen Sinn und erhöhen die Motivation. Eine Steigerung wäre es noch, diese Ziele gemeinsam mit den Mitarbeitern zu erarbeiten, zu protokollieren und zu evaluieren.

Dabei gehen Sie ähnlich vor, wie bei einer Pflegeplanung. Legen Sie keine „schwammigen“ Ziele fest, sondern benennen Sie konkret, was erreicht werden soll. Welche Ressourcen können Ihre Mitarbeiter aufweisen und, was benötigen Ihre Mitarbeiter ganz konkret, um das Ziel zu erreichen. Fort- und Weiterbildung, Investition, Material und Infrastruktur können hier in Frage kommen.

Entscheidungen gemeinsam treffen:

Es gibt häufig Entscheidungen, die man nicht gerne trifft. Nicht alle Entscheidungen sind populär und werden von allen begrüßt. Keiner Ihrer Mitarbeiter wird es Ihnen danken, wenn Sie schwierige Entscheidungen alleine in Ihrem Büro treffen.

Natürlich können Sie alle Mitarbeiter zu all Ihren Problemen befragen. Sicherlich gibt es auch in Ihrer Einrichtung verschiedene Gremien, die hierarchisch unterschiedlich angesiedelt sind.

Diese Gremien eignen sich hervorragend, um Probleme zu diskutieren und Entscheidungen zu treffen. Wünschenswert ist es, dass sich hier Personen aus verschiedenen Bereichen begegnen, z.B. Pflege, Sozialer Dienst, Hauswirtschaft, Verwaltung etc. Hier besteht die Chance, sich kollegial auszutauschen. Je dichter sich dieses Gremium an der Basis befindet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine unangenehme Entscheidung toleriert und akzeptiert wird.

Zugegeben – das ist keine Methode, die sich innerhalb einer Woche umsetzen lässt. So etwas muss wachsen.

 

 

Selbstbewusstsein

Sie können Mitarbeiter haben, die „nur“ ihren Job machen. Das ist legitim und entspricht, nüchtern betrachtet, den Anforderungen ihres Arbeitsvertrags. Sie können aber auch Mitarbeiter haben, die stolz darauf sind, für und in Ihrer Einrichtung zu arbeiten.

Auch dieser Zustand lässt sich nur nach einer gewissen Zeit erreichen und erfordert viel Vertrauen und Loyalität – beiderseits. Hier ist maßgeblich entscheidend, dass Sie und Ihre Mitarbeiter ein Team verkörpern.

Erreichen Ihre Mitarbeiter die gemeinsamen Ziele, so sollten Sie nicht müde werden, dieses immer wieder hervorzuheben und entsprechend zu loben. Machen Sie deutlich, dass Ihre Einrichtung etwas Besonderes ist. Einrichtungen, die eine lange Geschichte haben, haben es in diesem Punkt etwas einfacher. Für neuere Einrichtungen ist es daher wichtig, Rituale zu entwickeln und diese konsequent zu leben. So sorgen Sie unter anderem dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter mit Ihren Ideen und Zielen identifizieren.

Führungsstil entwickeln und vorleben

Einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter leistet Ihr Führungsstil. Sind Sie Verfechter eines diktatorischen Führungsstils, werden Sie mit ziemlichen Problemen zu kämpfen haben, sofern Sie überhaupt noch über Mitarbeiter verfügen.