
Wer sich nach einer Weiterbildung Altenpflege umsieht, hat die Qual der Wahl: Die Angebote reichen von kurzen Fortbildungen bis zu mehrjährigen Studiengängen, die Anbieter von privaten Bildungsträgern über staatliche Schulen bis hin zu kirchlichen Trägern. Als examinierte Pflegefachkraft stehen Ihnen dabei deutlich mehr Türen offen, als viele zunächst vermuten. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Wege und zeigen, welche Qualifikation zu welchem Karriereziel passt.
Weiterbildung oder Fortbildung in der Altenpflege – der Unterschied
Die Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet, meinen aber unterschiedliche Dinge. Eine Fortbildung Altenpflege frischt vorhandenes Wissen auf oder passt es an neue gesetzliche oder fachliche Standards an, etwa durch Kurzseminare zu Hygiene, Pflegedokumentation oder neuen Expertenstandards. Eine Weiterbildung dagegen führt zu einer neuen, formalen Qualifikation – meist mit Zertifikat oder Abschluss – und eröffnet damit auch neue Aufgabenbereiche oder Positionen. Wer lediglich auf dem aktuellen Stand bleiben möchte, ist mit einer Fortbildung gut beraten. Wer beruflich einen Schritt weitergehen will, braucht eine Weiterbildung im eigentlichen Sinn.
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Aufstiegsweiterbildungen – mehr Verantwortung in der Pflegeeinrichtung
Wer in der Hierarchie einer Pflegeeinrichtung aufsteigen möchte, findet hier die klassischen Stationen.
Die Weiterbildung zur Wohnbereichsleitung beziehungsweise Pflegeteamleitung ist meist der erste Schritt nach oben. Sie befähigt dazu, einen Wohnbereich eigenverantwortlich zu organisieren, Dienstpläne zu erstellen und das Team fachlich anzuleiten. Die Kurse dauern je nach Anbieter mehrere Monate und werden häufig berufsbegleitend angeboten.
Die Weiterbildung zur Pflegedienstleitung (PDL) richtet sich an Pflegefachkräfte mit Berufserfahrung, die als verantwortliche Pflegefachkraft die Gesamtverantwortung für den Pflegebereich einer Einrichtung übernehmen möchten. Neben pflegewissenschaftlichen Inhalten vermittelt die Weiterbildung auch betriebswirtschaftliches Grundlagenwissen, da die PDL-Abteilung in vielen Häusern für einen Großteil der Einnahmen verantwortlich ist.
Die Einrichtungsleitung beziehungsweise Heimleitung steht hierarchisch über der PDL und ist meist direkte Vorgesetzte aller Abteilungsleitungen – von der Pflegedienstleitung über die Hauswirtschaft bis zur Verwaltung. Im Mittelpunkt stehen hier Betriebswirtschaft, Qualitätsmanagement und Personalführung.
Alle drei Aufstiegsweiterbildungen dauern in der Regel ein bis eineinhalb Jahre, in Blockform kann sich die Dauer verkürzen.
Fachliche Spezialisierungen für Altenpfleger und Altenpflegerinnen
Nicht jede Weiterbildung in der Altenpflege zielt auf eine Führungsposition. Viele Pflegefachkräfte möchten sich stattdessen fachlich vertiefen und in ihrem direkten Arbeitsbereich noch kompetenter werden.
Besonders gefragt ist aktuell die Weiterbildung zur Fachkraft für palliative Pflege. Sie befähigt dazu, schwerstkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige fachlich und menschlich zu begleiten, anzuleiten und zu beraten – angesichts einer alternden Gesellschaft eine Qualifikation mit wachsender Bedeutung.
Die Weiterbildung zur gerontopsychiatrischen Fachkraft vermittelt den professionellen Umgang mit demenziell erkrankten und psychiatrisch veränderten Bewohnerinnen und Bewohnern. Gerade in Pflegeeinrichtungen mit hohem Anteil an Demenzerkrankungen ist dieses Wissen im Team unverzichtbar.
Auch die Weiterbildung zur Praxisanleitung gehört zu den gefragten Spezialisierungen für Altenpfleger und Altenpflegerinnen. Praxisanleiterinnen begleiten Auszubildende während ihrer praktischen Einsätze, dokumentieren den Ausbildungsstand und sind oft erste Ansprechpartner bei Fragen und Unsicherheiten. Mit durchschnittlich 200 bis 300 Unterrichtsstunden ist diese Weiterbildung vergleichsweise kompakt und damit auch für zeitlich weniger flexible Pflegefachkräfte gut machbar.
Weitere gefragte Spezialisierungen
Neben den genannten Klassikern gibt es eine ganze Reihe weiterer Spezialisierungen, die in der Altenpflege regelmäßig nachgefragt werden. Die Weiterbildung zum Wundmanager oder zur Wundexpertin vertieft das Wissen rund um chronische Wunden und Dekubitusprophylaxe und ist besonders in Einrichtungen mit vielen immobilen Bewohnerinnen und Bewohnern gefragt. Die Qualifikation zur Pflegeberaterin unterstützt Bewohner und Angehörige bei Fragen rund um Pflegegrade und Leistungsansprüche. Wer sich von der direkten Pflege am Bett verabschieden möchte, findet zudem in der Weiterbildung zum QM-Beauftragten eine Alternative: Hier stehen die Entwicklung von Pflegestandards, Verfahrensanweisungen und die Überprüfung gesetzlicher Vorgaben im Mittelpunkt, der direkte Bewohnerkontakt tritt dabei in den Hintergrund.
Studium als Weiterbildungsweg – Pflegemanagement und mehr
Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann eine Weiterbildung in der Altenpflege auch in Form eines Studiums angehen. Hochschulen, Fachhochschulen und Fern-Universitäten bieten verschiedene Studiengänge an, die meist berufsbegleitend absolviert werden können – allen voran Pflegemanagement und Gesundheits- und Sozialmanagement. Mit einem solchen Abschluss lassen sich Positionen als Pflegedienstleitung oder Heimleitung, zunehmend auch in Personalunion, besetzen. Da das Studienangebot inzwischen recht unübersichtlich ist und sich viele Studiengänge inhaltlich überschneiden, lohnt sich ein genauer Blick auf Modulplan und Praxisanteile, bevor Sie sich entscheiden.
Voraussetzungen für eine Weiterbildung als Altenpflegerin oder Altenpfleger
Die meisten Weiterbildungen in der Altenpflege setzen eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung zur Altenpflegerin, zum Altenpfleger oder zur Pflegefachkraft voraus. Bei einigen Aufstiegsweiterbildungen, etwa der Pflegedienstleitung, verlangen Anbieter zusätzlich ein bis zwei Jahre Berufserfahrung in der stationären oder ambulanten Pflege. Frisch examinierte Pflegefachkräfte sollten daher zunächst praktische Erfahrung sammeln, bevor sie eine Aufstiegsweiterbildung beginnen – für fachliche Spezialisierungen wie die palliative Pflege ist der Einstieg dagegen häufig schon früher möglich.
Finanzierung und Förderung – wer trägt die Kosten?
Eine Weiterbildung kostet Geld und Zeit, deshalb lohnt sich vorab ein Blick auf die Finanzierung. Viele Arbeitgeber in der Altenpflege übernehmen die Lehrgangsgebühren ganz oder teilweise, vor allem dann, wenn die Weiterbildung auch der Einrichtung direkt nutzt – etwa bei der Wohnbereichsleitung oder der Praxisanleitung. Zusätzlich gibt es öffentliche Förderwege: Über die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen ein Bildungsgutschein beantragen, der die Kosten ganz oder teilweise abdeckt. Auch der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) kommt für manche Weiterbildungen infrage. Es lohnt sich, vor der Anmeldung sowohl mit der Personalabteilung Ihrer Einrichtung als auch mit der Agentur für Arbeit zu sprechen, um keine Fördermöglichkeit zu verschenken.
Welche Weiterbildung passt zu Ihnen?
Die Bandbreite an Weiterbildungsmöglichkeiten in der Altenpflege ist groß – und genau das macht die Entscheidung oft schwer. Ob sich eine Aufstiegsweiterbildung, eine fachliche Spezialisierung oder ein Studium lohnt, hängt von Ihren persönlichen Zielen, Ihrer aktuellen Lebenssituation und dem zeitlichen sowie finanziellen Rahmen ab, den Sie investieren können. Eine ausführliche Anleitung, wie Sie die für sich passende Weiterbildung Schritt für Schritt finden, haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.
Ein Tipp zum Schluss: Haben Sie sich für eine Weiterbildung entschieden, lohnt es sich, Ihre Vorgesetzten frühzeitig einzubinden. Viele Einrichtungen übernehmen einen Teil oder sogar die kompletten Lehrgangsgebühren oder stellen Sie für Präsenzzeiten vom Dienst frei – insbesondere, wenn die Weiterbildung auch der Einrichtung direkt zugutekommt.
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Wie lange dauert eine Weiterbildung in der Altenpflege?
Das hängt stark von der gewählten Qualifikation ab. Fachliche Spezialisierungen wie Praxisanleitung oder palliative Pflege dauern meist zwischen 200 und 300 Unterrichtsstunden und lassen sich oft innerhalb weniger Monate berufsbegleitend absolvieren. Aufstiegsweiterbildungen wie die Pflegedienstleitung oder Heimleitung nehmen dagegen in der Regel ein bis eineinhalb Jahre in Anspruch, ein berufsbegleitendes Studium kann sich über mehrere Jahre erstrecken.
Übernimmt mein Arbeitgeber die Kosten für die Weiterbildung?
In vielen Fällen ja, zumindest anteilig. Gerade wenn die Weiterbildung auch der Einrichtung zugutekommt, übernehmen Arbeitgeber häufig die Lehrgangsgebühren oder stellen Mitarbeitende für Präsenzzeiten frei. Ergänzend kommen öffentliche Fördermöglichkeiten wie der Bildungsgutschein infrage.
Brauche ich für eine Weiterbildung in der Altenpflege ein abgeschlossenes Examen?
Für die meisten Aufstiegsweiterbildungen und fachlichen Spezialisierungen ist eine abgeschlossene Ausbildung zur Pflegefachkraft beziehungsweise zur Altenpflegerin oder zum Altenpfleger Voraussetzung. Einige Anbieter verlangen zusätzlich ein bis zwei Jahre Berufserfahrung, bevor eine Weiterbildung begonnen werden kann.
Kann ich eine Weiterbildung in der Altenpflege auch in Teilzeit machen?
Ja, die meisten Weiterbildungsangebote sind heute berufsbegleitend konzipiert, etwa in Abendkursen, an Wochenenden oder in Blockwochen. Das macht sie auch mit Familie, Schichtdienst oder Teilzeitarbeit gut vereinbar.


