
Wer in der Pflege arbeitet, kommt früher oder später mit palliativen Situationen in Berührung – ob im Seniorenheim, im ambulanten Pflegedienst oder im Hospiz. Die Frage ist nicht ob, sondern wie gut man darauf vorbereitet ist. Die Palliative Care Weiterbildung gibt examinierten Pflegefachkräften das fachliche und menschliche Rüstzeug, um schwerstkranke und sterbende Menschen wirklich gut zu begleiten. In diesem Beitrag erfahren Sie, was die Weiterbildung zur Fachkraft für palliative Pflege beinhaltet, was sie kostet, wie lange sie dauert – und warum sie Ihre Karrierechancen deutlich verbessert.
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Was bedeutet Palliative Care – und warum ist die Weiterbildung so wichtig?
Palliative Care – auf Deutsch oft als palliative Pflege oder Palliativpflege bezeichnet – verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Im Mittelpunkt steht nicht die Heilung einer Erkrankung, sondern die bestmögliche Lebensqualität für Menschen, deren Krankheit nicht mehr kurativ behandelbar ist. Das bedeutet Schmerzlinderung, emotionale Unterstützung, würdevolle Begleitung und die Einbeziehung von Angehörigen.
In der Praxis sind palliative Pflegesituationen längst nicht mehr auf Hospize beschränkt. Seniorenheime, stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste stehen zunehmend vor palliativen Versorgungsaufgaben – und Pflegekräfte ohne spezielle Qualifikation stoßen dabei schnell an ihre Grenzen. Eine Weiterbildung zur Fachkraft für palliative Pflege schließt genau diese Lücke: fachlich, kommunikativ und menschlich.
Wichtig zu wissen: Für diese Weiterbildung gibt es mehrere gleichwertige Bezeichnungen. Je nach Anbieter und Region ist von der Fachkraft für Palliative Care, der Palliativfachkraft, der Palliativschwester oder der Fachkraft für palliative Pflege die Rede. Die Qualifikation ist dieselbe. Achten Sie darauf, dass der Kurs den Qualitätsanforderungen gemäß § 72 SGB XI sowie den Richtlinien nach § 39a SGB V entspricht – das ist die anerkannte Grundlage für die Arbeit in stationären und ambulanten Hospizdiensten.
Voraussetzungen: Wer kann die Palliativpflege-Weiterbildung machen?
Voraussetzung für die Weiterbildung zur Palliativfachkraft ist eine abgeschlossene dreijährige Pflegeausbildung. Zugelassen sind in der Regel:
Examinierte Altenpflegerinnen und Altenpfleger, examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie examinierte Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger. Seit der Pflegereform 2020 zählen auch Absolventinnen und Absolventen der generalisierten Pflegefachfrau- und Pflegefachmann-Ausbildung dazu. Manche Anbieter setzen zusätzlich eine gewisse Berufserfahrung – häufig ein bis zwei Jahre in der direkten Pflege – voraus.
Quereinsteiger ohne examinierten Pflegeabschluss sind für diese Weiterbildung in der Regel nicht zugelassen. Falls Sie sich noch in der Ausbildung befinden oder einen Quereinstieg in die Pflege planen, wenden Sie sich gerne an uns – wir beraten Sie zu Ihren Möglichkeiten.
Inhalte: Was lernen Sie in der Weiterbildung zur Fachkraft für palliative Pflege?
Die Weiterbildung deckt ein breites Spektrum ab – von der medizinisch-pflegerischen Versorgung bis hin zu ethischen, psychologischen und spirituellen Themen. Zu den typischen Unterrichtsinhalten der Palliativpflege Weiterbildung gehören:
Auf medizinisch-pflegerischer Ebene: Grundlagen der Palliativmedizin, Symptomkontrolle und Schmerztherapie (Expertenstandard Schmerzmanagement), Umgang mit Übelkeit, Atemnot und neurologischen Symptomen sowie Wundversorgung und Mundpflege am Lebensende.
Auf kommunikativer und psychosozialer Ebene: Gesprächsführung mit Sterbenden und deren Angehörigen, Trauerbegleitung, Krisenintervention, Umgang mit eigenen Belastungen und ethische Entscheidungssituationen – etwa bei Fragen zur Therapiebegrenzung oder zum Patientenwillen.
Auf rechtlicher und organisatorischer Ebene: Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Hospizrecht, Schnittstellen zu Palliativnetzwerken, Kooperation mit Ärzten, Seelsorgern und Hospizdiensten sowie der Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege.
Viele Anbieter empfehlen zusätzlich eine Hospitation von 20 bis 40 Stunden in einem stationären Hospiz oder einer Palliativstation – in manchen Kursen ist sie verbindlich vorgeschrieben.
Dauer, Ablauf und Abschluss der Palliative Care Weiterbildung
Die Weiterbildung zur Palliativfachkraft umfasst üblicherweise 160 bis 200 Unterrichtsstunden – damit ist sie im Vergleich zu anderen Fachweiterbildungen in der Pflege relativ kompakt. Je nach Anbieter werden die Stunden in Wochenblöcken, Wochenendseminaren oder als Abendkurs absolviert. Das macht die Weiterbildung gut mit einem laufenden Berufsleben vereinbar.
Am Ende der Weiterbildung erhalten Sie ein Zertifikat als Fachkraft für Palliative Care. Bei vielen Anbietern ist keine klassische Abschlussprüfung vorgesehen – stattdessen findet häufig ein Kolloquium in Form eines Fachgesprächs zwischen Teilnehmern und Dozenten statt. Manche Schulen verlangen eine schriftliche Facharbeit oder Projektarbeit. Eine Fehlquote von mehr als 10 bis 15 Prozent der Gesamtstunden muss in der Regel nachgeholt werden.
Die Weiterbildung kann berufsbegleitend absolviert werden, was sie für die meisten examinierten Pflegefachkräfte in der Praxis gut umsetzbar macht.
Kosten und Finanzierung: Was kostet die Weiterbildung zur Palliativfachkraft?
Die Kosten variieren je nach Anbieter und Region. Seriöse Kurse starten erfahrungsgemäß bei etwa 1.100 bis 1.500 Euro. Umfangreichere oder renommiertere Programme können 2.500 bis 4.000 Euro kosten. Hinzu kommen häufig Anmelde- und Prüfungsgebühren zwischen 100 und 200 Euro. Die meisten Anbieter ermöglichen eine zinsfrei Ratenzahlung.
Wichtig: Sprechen Sie vor der Anmeldung mit Ihrem Arbeitgeber. Da die Nachfrage nach qualifizierten Palliativfachkräften in Pflegeeinrichtungen wächst, beteiligen sich viele Einrichtungen an den Weiterbildungskosten – manche übernehmen sie sogar vollständig. Prüfen Sie außerdem folgende Fördermöglichkeiten:
Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters – möglich, wenn die Weiterbildung eine anerkannte Qualifikation vermittelt. Bildungsprämie – staatliche Förderung für Berufstätige mit bestimmten Einkommensgrenzen. Aufstiegs-BAfög (früher Meister-BAfög) – fördert auch pflegerische Fachweiterbildungen. Länderspezifische Bildungsschecks – je nach Bundesland verfügbar, oft bis zu 500 Euro Zuschuss.
Karriere nach der Weiterbildung: Wo arbeiten Palliativfachkräfte?
Mit der Qualifikation als Fachkraft für Palliative Care eröffnen sich deutlich mehr berufliche Möglichkeiten als vorher. Die klassischen Einsatzfelder sind stationäre Hospize und Palliativstationen in Krankenhäusern – aber das ist längst nicht alles.
In Seniorenheimen und stationären Pflegeeinrichtungen ist die Palliativfachkraft oft die zentrale Anlaufstelle für das Team, wenn ein Bewohner in die letzte Lebensphase eintritt. Sie berät Kolleginnen und Kollegen, koordiniert die Zusammenarbeit mit Ärzten und Hospizdiensten und führt Gespräche mit Angehörigen.
In ambulanten Pflegediensten ermöglicht die Qualifikation die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) – ein wachsendes Feld, das eine enge Kooperation mit Palliativteams und Hausärzten erfordert.
In Palliativnetzwerken und Beratungsstellen arbeiten Palliativfachkräfte beratend, schulend und anleitend – häufig auch in der Qualitätssicherung von Pflegeeinrichtungen. Auch eine Tätigkeit als Dozentin oder Dozent in der Pflegeausbildung ist möglich.
Wer nach der Weiterbildung einen Stellenwechsel in Betracht zieht oder sich gezielt auf Stellen mit palliativem Schwerpunkt bewerben möchte, kann sich bei SCORE Personal kostenlos und diskret unterstützen lassen. Wir kennen den Markt und vermitteln ausschließlich in Festanstellungen. Mehr dazu im Vergleich zur Weiterbildung Gerontopsychiatrie – einer weiteren gefragten Spezialisierung in der Altenpflege.
Palliative Care Weiterbildung und Gehalt: Lohnt es sich finanziell?
Eine pauschale Gehaltstabelle gibt es für Palliativfachkräfte nicht – das Gehalt hängt vom Träger, dem Tarifvertrag und der Einrichtung ab. Grundsätzlich gilt jedoch: Wer eine anerkannte Fachweiterbildung nachweist, hat in Gehaltsverhandlungen eine deutlich stärkere Position. Viele Tarifverträge – darunter TVöD und AVR – sehen für Pflegefachkräfte mit Fachqualifikation eine höhere Eingruppierung vor.
Darüber hinaus bieten spezialisierte Stellen im Bereich Palliative Care häufig bessere Arbeitsbedingungen: kleinere Teams, mehr Zeit pro Bewohner, stärkere Einbindung in Entscheidungsprozesse. Das macht die Weiterbildung nicht nur finanziell, sondern auch qualitativ attraktiv.
Wenn Sie wissen möchten, was in Ihrer Region aktuell für eine Palliativfachkraft realistisch bezahlt wird, sprechen Sie uns an – wir haben täglich Einblick in aktuelle Stellenangebote und Vergütungen. Außerdem lohnt ein Blick in unseren Artikel zur Weiterbildung in der Altenpflege, der einen Gesamtüberblick über alle relevanten Fachqualifikationen gibt.
Fazit: Palliative Care Weiterbildung – klarer Mehrwert für Pflegefachkräfte
Die Weiterbildung zur Fachkraft für Palliative Care ist eine der wertvollsten Fachqualifikationen, die examinierte Altenpflegerinnen, Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen sowie Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner machen können. Sie ist kompakt genug, um sie berufsbegleitend zu absolvieren – und inhaltlich so tiefgehend, dass sie tatsächlich etwas verändert: in der täglichen Arbeit, in der Teamrolle und in den Karrierechancen.
Wer nach der Weiterbildung gezielt nach einer neuen Stelle sucht, die zur neu erworbenen Qualifikation passt, ist bei SCORE Personal gut aufgehoben. Wir vermitteln ausschließlich in Festanstellungen, bundesweit, kostenlos und diskret. Einfach Lebenslauf einsenden – wir übernehmen den Rest. Mehr über unsere Arbeitsweise erfahren Sie auch im Artikel Expertenstandards in der Pflege.
Häufige Fragen zur Palliative Care Weiterbildung
Wie lange dauert die Weiterbildung zur Fachkraft für Palliative Care?
Die meisten anerkannten Kurse umfassen zwischen 160 und 200 Unterrichtsstunden. Hinzu kommt in vielen Fällen eine Hospitation von 20 bis 40 Stunden. Bei berufsbegleitenden Wochenendkursen erstreckt sich die Weiterbildung oft über sechs bis zwölf Monate.
Was kostet die Weiterbildung zur Palliativfachkraft?
Die Kosten liegen je nach Anbieter und Region zwischen 1.100 und 4.000 Euro. Viele Pflegeeinrichtungen unterstützen die Finanzierung. Zusätzlich können staatliche Förderprogramme wie der Bildungsgutschein oder das Aufstiegs-BAfög genutzt werden.
Brauche ich eine Prüfung, um die Weiterbildung abzuschließen?
Das hängt vom Anbieter ab. Viele Schulen schließen die Weiterbildung mit einem Kolloquium oder einer Facharbeit ab – keine klassische Klausur. Am Ende erhalten Sie ein anerkanntes Zertifikat als Fachkraft für Palliative Care.
Für welche Pflegebereiche ist die Qualifikation besonders wertvoll?
Besonders gefragt ist die Palliativfachkraft in stationären Seniorenheimen, Hospizen, Palliativstationen und ambulanten Pflegediensten mit SAPV-Vertrag. Die Qualifikation öffnet aber auch Türen in Palliativnetzwerken, der Pflegeberatung und der Aus- und Weiterbildung.


