Zusammenarbeit in Pflege-Teams: Eine gute Kommunikation ist entscheidend

Zusammenarbeit in Pflege-Teams

Die Pflegearbeit ist ein Berufsfeld, das Menschen nicht nur körperlich stark beansprucht, auch emotional verlangen Pflegetätigkeiten und Care-Arbeit den Beschäftigten einiges ab. Der persönliche Kontakt zu berührenden Schicksalen gehört zur Normalität. Manches kann unter die Haut gehen und erfordert von professionellen Pflegeteams einen ruhigen Austausch ohne Hektik, doch gleichzeitig herrscht im Berufsalltag ein starker zeitlicher Druck. Anforderungen wie diese können miteinander in Konflikt geraten. Denn unter starkem zeitlichen Druck häufen sich kommunikative Missverständnisse. Formulierungen, die als Vorwurf verstanden werden können, verstärken diese Tendenz noch.

Umso wichtiger wird die Kommunikation. Sie ist aus einem weiteren Grund enorm bedeutend: Wertschätzende Kommunikation in einem gut aufgestellten Team stärkt die Fähigkeit des Menschen im Umgang mit Stress. In einem schlechten Team kann schon eine kleine Stichelei Menschen innerlich zum Kochen bringen und jeder Stressfaktor ist dann ein weiterer Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

In gut arbeitenden Teams kommunizieren die Menschen ihre Stressfaktoren transparent. So lange man stets mitbekommt, dass sich alle anstrengen, lassen sich Unzulänglichkeiten leichter schultern oder man nimmt sie mit Humor. Aber was begünstigt gute Kommunikation in Pflege-Teams und was sind die kommunikativen Stützen eines wertschätzenden Miteinanders?

Die wichtigsten Elemente von guter Kommunikation im Pflege-Team

Verschiedene Menschen fügen sich unterschiedlich in den Takt des Pflegealltags ein und begegnen sich auf differenzierter Weise. Offenheit und Ehrlichkeit sind dabei extrem wichtig. In jedem Team haben sich verschiedene Rollen eingespielt und Menschen engagieren sich auf unterschiedlichste Weise. Sobald Arbeitslast aber zu ungleich verteilt wird, entsteht Missmut. Die Zusammenarbeit gerät in ein Ungleichgewicht und eine schlechte Arbeitsatmosphäre entsteht. Gute Kommunikation kann dem vorbeugen. Sie sorgt dafür, dass man einander mit Respekt begegnet, sich aktiv zuhört und Verständnis für die Situation des anderen entwickelt. Damit das möglich ist, müssen die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden.

Gelingende Kommunikation beginnt nicht erst bei der Wertschätzung gegenüber anderen Menschen. Sie fängt bei der Wertschätzung der eigenen Bedürfnisse an. Es ist enorm wichtig, sich eigene Gefühle einzugestehen und diese zur Sprache zu bringen. Nur wenn diese klar benannt werden, können andere Menschen auch Rücksicht darauf nehmen. Manche Beschäftigte aus der Pflege neigen dazu, ihre eigenen Gefühle hintenanzustellen. Sie kümmern sich vornehmlich um die Belange anderer Menschen und möchten dabei niemanden vor den Kopf stoßen. Eine klare Ansage zu den eigenen Bedürfnissen ist enorm wichtig für ein authentisches Gespräch im Team.


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Wie können Pflegefachkräfte eine positive Teamkultur fördern?

Im besten Fall sollte ein Team einen offenen Raum einräumen, in dem Menschen sich offen äußern können und eine Rückmeldung bekommen. Bei entsprechenden Teammeetings können Beschäftigte sachlich ansprechen, was sie stört und erläutern, warum sie diese Sache stört. Anschließend können sie einen Wunsch aussprechen, wie sich diese Sache ändern lässt. Das Team kann anschließend ein Feedback geben und Handlungsbedarfe festhalten. Oft ergibt sich so ein neues Verständnis für die Rolle, die eine Person in einem Team angenommen hat. Zum einen wird so ein offener Austausch und ein gutes Feedback gefördert. Zum anderen können Leitungsteams auf Probleme reagieren und eine Unterstützung bieten.

Durch eine solche Maßnahme können sich Mitarbeiter einen offenen Austausch aneignen, in dem eigene Bedürfnisse und die eigene Wahrnehmung in Form von Ich-Botschaften angesprochen werden. Besonders wichtig ist es dabei, dass diese nicht in Form von Vorwürfen gegenüber anderen Mitarbeitern geäußert werden. Wenn die respektvolle Kommunikation und das aktive Zuhören in diesem Rahmen geübt wurden, kann die neue Kommunikationspraxis auch im ganz normalen Alltag wertschätzende Akzente setzen. Zudem wirkt sich die Unterstützung durch das Leitungsteam positiv aus. Durch diese lernen Mitarbeiter, dass ihre Lage anerkannt wird und man gemeinsam im Team aktiv etwas an der eigenen Situation verbessern kann.

Welche Herausforderungen gibt es und wie können diese gemeistert werden?

Zu den wichtigsten Barrieren in der gemeinsamen Kommunikation und in der Teamarbeit zählen zunächst einmal Sprachbarrieren. Der Fachkräftemangel im Pflegebereich wird vielfach mit Fachkräften ausgeglichen, die keine Deutsch-Muttersprachler sind. Das ist ein Nachteil, der sich auch in einen Vorteil umwandeln lässt. Tatsächlich haben gerade viele Nicht-Muttersprachler ein Interesse am kommunikativen Austausch. Wenn man mehr miteinander spricht, lernt man auch die kommunikativen Eigenarten und die Persönlichkeit dieser Menschen gut kennen. Die Gelegenheit dazu sollte man sich nicht entgehen lassen. Außerdem sollte das Team die sprachlichen Kompetenzen dieser Menschen anerkennen. Sie bringen oft Sprachkenntnisse mit, die auch im Umgang mit Klienten eine enorme Bereicherung sind.

Zeitdruck und Überlastung bilden die zweite große Barriere. Regelmäßige, aber kürzere Teammeetings sind daher sehr viel nützlicher für die Kommunikation als unregelmäßige, aber überlange Treffen. Gerade dann, wenn die Zeit knapp ist, sollte sie nicht an der falschen Stelle gespart werden. In einem guten Team nimmt man sich für Lob und Anerkennung immer Zeit. Schließlich schaffen sie die Basis für ein echtes Miteinander. Eine weitere Barriere für gelingende Kommunikation können Hierarchien bilden. Manche Probleme sollten im Team angesprochen werden und nicht hierarchisch von oben nach unten gelöst werden. In anderen Fällen ist das Eingreifen der Pflegeleitung gefragt. Hierbei kommt es auf eine pragmatische, aber konsequente Handhabung an.

Fazit und Ausblick: Wie können Pflegefachkräfte die Kommunikation und Zusammenarbeit im Team verbessern?

Akzente für eine gelingende Kommunikation können nicht nur von der Pflegedienstleitung gesetzt werden. Jede einzelne Pflegefachkraft kann einen Beitrag leisten. An erster Stelle spielt das aktive Zuhören eine wichtige Rolle. Erst wer auch zuhört, hat sprichwörtlich ein offenes Ohr für die Probleme des anderen. Viele Fachkräfte erkennen erst in einem solchen Gespräch, dass andere aus dem Team ähnliche Probleme haben. Das macht deutlich, dass man mit einer Sache nicht alleine ist und es viele gemeinsame Ziele gibt. Auf dieser Grundlage können Teams die Dinge gemeinsam angehen. Ein wichtiger Schritt zu guter Kommunikation und Geselligkeit ist aber auch das Pflegen von Geselligkeit. Der gemeinsame Kaffee in der Pause, Grillfeste und Feierlichkeiten können eine gute Arbeitskultur fördern. Bei solchen Anlässen ergibt sich auch die Gelegenheit, einzelne Mitarbeiter für besondere Leistungen oder einen runden Geburtstag zu ehren. Auch diese Anerkennung in der Gruppe schlägt sich positiv nieder.

Zusammenfassung:

Eine gute Kommunikationskultur ist meist der Schlüssel für eine erfolgreiche Teamarbeit. Gute Pflegeteams sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind etwas, an dem man arbeiten muss. Nur mit der richtigen kommunikativen Praxis gelingt diese Teamentwicklung. Die Basis dafür bildet erstens eine offene Kommunikation, Menschen sich eigene Bedürfnisse bewusst machen und diese offen ansprechen. Zweitens ist eine Feedback-Kultur wichtig, in der Teammitglieder eine wertschätzende Rückmeldung und Anerkennung erhalten. Drittens können manche Dinge störend in die Kommunikation hineinfunken. Dazu zählen beispielsweise Sprachbarrieren, Hierarchien oder Zeitdruck. Wenn man diese Barrieren reflektiert, sind sie überwindbar. Teams wachsen sogar an ihrer Überwindung. Die wichtigste Grundlage für das Erreichen einer guten Kommunikation bildet nicht nur die Struktur. Vielmehr ist jeder einzelne Mensch die Basis dafür. Alltägliche, ja fast selbstverständliche Dinge wie aktives Zuhören, Geselligkeit und das Erkennen gemeinsamer Ziele bilden den entscheidenden Ausgangspunkt für eine tolle Zusammenarbeit.

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