Der Ärztenotstand auf dem Land spitzt sich zu

Landarzt

Die Bevölkerung in Deutschland wächst nicht mehr – im Gegenteil: Seit 2015 sinkt die Zahl der Einwohner sogar. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf das Gesundheitswesen, denn in vielen Regionen gibt es zu wenige Ärzte und Pflegekräfte. Vor allem im ländlichen Raum ist dies ein großes Problem, denn hier wandern immer mehr Menschen in die Großstädte ab. Dieser Trend ist besonders bei jungen Ärzten zu beobachten: Immer mehr von ihnen entscheiden sich nach dem Studium für eine Stelle in der Stadt und nicht für eine Praxis auf dem Land. Doch was bedeutet das genau für das ländliche Gesundheitswesen? Und warum entscheiden sich junge Ärzte gegen eine Karriere auf dem Land?

Der demographische Wandel und seine Folgen

Der demographische Wandel ist eine der Hauptursachen für die Probleme des ländlichen Gesundheitswesens. In den letzten Jahren sind immer mehr Menschen in die Großstädte gezogen, während die Bevölkerung auf dem Land stagniert oder sogar abnimmt. Dieser Trend hat dramatische Folgen für das Gesundheitssystem: Die Zahl der Ärzte und Krankenschwestern, die auf dem Land arbeiten, sinkt stetig, während in den Städten immer mehr Kliniken und Praxen eröffnen.

Diese Entwicklung hat vor allem junge Ärzte dazu bewogen, den Weg in die Großstadt zu wählen. Denn in den Metropolen gibt es einfach mehr Möglichkeiten: Mehr Kliniken und Praxen bedeuten mehr Stellenangebote, bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Hinzu kommt, dass die großen Städte einfach attraktiver sind als das ländliche Umfeld: Sie bieten eine größere Auswahl an Freizeit- und Kulturangeboten, ein pulsierendes Nachtleben und eine Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten.

Für das ländliche Gesundheitswesen ist diese Entwicklung eine Katastrophe. Immer weniger Ärzte und Krankenschwestern sind bereit, auf dem Land zu arbeiten, was zu einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung führt. Viele ländliche Kliniken und Praxen müssen schließen, weil sie keine Mitarbeiter finden. In manchen Gegenden ist es bereits jetzt sehr schwierig, einen Arzt aufzusuchen oder ein Krankenhaus zu finden.

Die Nachfrage an Fachkräften steigt, während die Anzahl an Ärzten sinkt

In Deutschland steigt die Lebenserwartung. Die Gesellschaft wird aber auch immer älter. Das hat zur Folge, dass immer mehr Menschen chronisch krank und auf medizinische Hilfe angewiesen sind.

Die Nachfrage nach Ärzten und Pflegekräften ist daher hoch und wird weiter steigen. Gleichzeitig werden immer weniger junge Menschen Ärzte und immer mehr Akademiker gehen aufgrund ihres Alters in den Ruhestand. Es herrscht ein Ungleichgewicht, das derzeit auf dem Land so gravierend ist wie nirgendwo sonst.

Immer mehr Menschen brauchen medizinische Hilfe

In Deutschland leben aktuell rund 83 Millionen Menschen. Davon sind etwa 18,4 Millionen über 65 Jahre alt und 2,6 Millionen 85 Jahre oder älter. Diese Zahlen werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Bereits heute sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland mit einem Anteil von mehr als 30 Prozent. Häufige Erkrankungen im Alter sind außerdem Demenz, Arthrose und Krebs. Durch diese Krankheiten wird das Gesundheitssystem stark beansprucht und es entstehen hohe Kosten. Auch in Zukunft werden immer mehr Menschen auf Krankenhäuser und Pflegeheime angewiesen sein.

Die steigende Zahl von Patienten mit chronischen Erkrankungen stellt eine große Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem dar. In den kommenden Jahren wird es immer schwieriger werden, alle Patienten angemessen zu versorgen. Um diese Herausforderung zu meistern, ist es wichtig, dass bereits jetzt Maßnahmen ergriffen werden, um das Gesundheitssystem besser auf die Behandlung von chronischen Erkrankungen vorzubereiten. Während die Versorgungslücken in großen Städten noch tragbar sind, können bereits zum jetzigen Zeitpunkt viele Menschen auf dem Land nicht mehr oder nicht ausreichend versorgt werden.

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Die Auswahl an Fachärzten auf dem Land ist begrenzt

Die Auswahl an Fachärzten auf dem Land ist begrenzt, was für Patienten, die auf spezialisierte Behandlung angewiesen sind, ein großes Problem darstellen kann. In ländlichen Regionen ist es schwer, überhaupt einen Facharzt zu finden, geschweige denn einen, der die gewünschte Behandlung anbietet. Dies kann dazu führen, dass Patienten weite Reisen auf sich nehmen müssen, um die Behandlung zu erhalten, die sie benötigen. Abhängig vom gesundheitlichen Zustand ist das nicht immer möglich. Die Folgen sind zu spät oder sogar gar nicht behandelte Patienten.

Die Behandlung von akuten Erkrankungen ist auf dem Land schwieriger

Dies liegt vor allem daran, dass Ärzte und Krankenhäuser auf dem Land oft weiter entfernt sind. Oft müssen Patienten deshalb lange Fahrtzeiten in Kauf nehmen, um einen Arzt aufsuchen zu können.

Auch kann es sein, dass bestimmte Fachärzte oder Spezialisten nur in größeren Städten zu finden sind. Dies erschwert die Suche nach einem passenden Arzt für die Behandlung der jeweiligen Erkrankung ungemein. Hinzu kommt häufig noch, dass die Wartezeit auf einen Termin beim Arzt sehr lang ist. Vor allem wenn es sich um eine akute Erkrankung handelt, kann dies fatale Folgen haben.

Für junge Ärzte sind die Arbeitsbedingungen in der Großstadt attraktiver

In den letzten Jahren ist die Zahl der Ärzte, die in Großstädten arbeiten, deutlich gestiegen. Dies liegt vor allem daran, dass die Arbeitsbedingungen in der Großstadt für junge Ärzte attraktiver sind. In den Krankenhäusern der Großstädte herrscht ein höherer Standard, was die Arbeitsbedingungen betrifft. Außerdem gibt es in großen Städten mehr Möglichkeiten für Weiterbildungen und Fortbildungen.

Für viele junge Ärzte ist es daher eine attraktive Option, in einer Großstadt zu arbeiten. Allerdings gibt es auch einige Nachteile, die mit der Arbeit in der Großstadt verbunden sind. So ist das Leben in großen Städten oft teurer als in kleineren Städten oder ländlichen Gebieten. Insgesamt ist die Arbeit in der Großstadt für junge Ärzte jedoch attraktiver als auf dem Land. Die besseren Arbeits- und Weiterbildungsmöglichkeiten machen die Großstadt für viele junge Ärzte zu einer attraktiven Wahl.

Konsequenzen für das ländliche Gesundheitswesen

Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel haben erhebliche Auswirkungen auf das ländliche Gesundheitswesen. Diese Konsequenzen sind vor allem in den Bereichen der ärztlichen Versorgung, der Pflege und der Betreuung zu spüren.

In ländlichen Regionen ist es immer schwieriger, Ärzte zu finden, die bereit sind, in einer Praxis oder einem Krankenhaus zu arbeiten. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen durch die wachsende Bevölkerung und die Zunahme von chronischen Erkrankungen. Dies führt dazu, dass Patienten oft weite Wege auf sich nehmen müssen, um einen Arzt zu finden.

Auch in der Pflege und Betreuung werden immer mehr Fachkräfte benötigt. Denn die Zahl der Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, steigt stetig an. Gleichzeitig wird aber auch die Zahl der Menschen, die in diesem Bereich arbeiten wollen, immer kleiner. Dadurch entstehen große Lücken in der Versorgung. Viele Mitarbeitende in Pflegeheimen müssen daher enorme Überstunden machen, um alle Bewohnerinnen und Bewohner versorgen zu können.

All diese Konsequenzen des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels haben Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen in ländlichen Regionen. Die Folge: Viele Menschen fühlen sich alleingelassen und haben Angst, dass immer mehr Dienstleistungen eingestellt werden.

Gibt es eine Lösung für diese Entwicklung?

Einige Kommunen reagieren bereits und setzen da an, wo man junge frisch ausgebildete Ärzte und Ärztinnen überzeugen kann: Die enorm hohe Lebensqualität auf dem Land. Gerade junge Menschen mit Familienwunsch fühlen sich zunehmend von den Vorzügen ländlicher Regionen angezogen. Sportangebote in der Natur, eine gesunde Work-Life-Balance, Kinder die an der frischen Luft spielen, günstige Bauplätze, die Ruhe fernab vom Großstadtstress, um nur ein paar Faktoren zu nennen, die man hier in groß aufgelegten Werbekampagnen beobachten kann. Auch wenn dieser Gegentrend noch verschwindend gering ist, so gibt es zumindest einige Landkreise, die nach Lösungsansätzen suchen, den medizinischen Versorgungsstandard ihrer Einwohner und Einwohnerinnen bestmöglich zu erhalten.

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