Pflegeschlüssel in der Altenpflege – und seine Bedeutung

Gerade, wenn es auf dem Wohnbereich mal wieder drunter und drüber geht, werden Pflegekräfte, ohnehin schon im Dauerstress, seitens der Angehörigen oder durch Ärzte gefragt: „Wie ist denn eigentlich Euer Pflegeschlüssel in der Altenpflege?“ Leider kennen nur sehr wenige den hausinternen Pflegeschlüssel, oder Personalschlüssel. Und noch weniger Pflegekräfte können den Personalschlüssel Pflege berechnen. Dem möchten wir abhelfen. Doch Achtung: Obwohl der Pflegeschlüssel für jedes Bundesland geregelt ist, gibt es zum Teil gravierende Abweichungen. Daher sind alle folgenden Beispielrechnungen eben genau das: Beispiele. Und falls Sie auf der Suche nach einem neuen Job sind, hier finden Sie unsere Stellenangebote aus der Altenpflege.

Personalschlüssel Pflege berechnen – Formel 2017

Mit Umsetzung der Pflegestärkungsgesetzte und der Einführung der Pflegegrade, musste auch der Personalschlüssel Pflegegrade angepasst werden. Das funktioniert theoretisch genauso wie früher, nur, dass anstelle der drei Pflegestufen nun fünf Pflegegrade getreten sind.

Der Personalschlüssel Altenpflege stellt in der stationären Pflege das Verhältnis zwischen Pflegkräften und zu pflegenden dar. Dabei ist das Prinzip recht simpel. Je höher der Pflegegrad, desto geringer die Anzahl der Bewohner, um die sich eine einzelne Pflegekraft kümmern muss.

Als Beispiel wählen wir hier das Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Personalschlüssel Beispiel Nordrhein-Westfalen

Das bedeutet, ganz pragmatisch, für 8 Bewohner mit dem Pflegegrad 1, kann 1,0 Pflegekraft eingestellt werden. Im Pflegerad 5 also, 1,0 Pflegekraft für 2 Bewohner.

Nun können Sie also berechnen, wieviel Personal für einen einzelnen Bewohner eingestellt werden kann und es ergibt sich der Personalschlüssel Pflegegrade:

Personalschlüssel Pflege berechnen – Formel 2017

Ist das ganze noch sehr theoretisch? Dann wagen wir nun den Sprung in die Praxis anhand eines weiteren Beispiels.

Nehmen wir dazu einen Wohnbereich mit 30 Bewohnern. Die Pflegegrade der Bewohner unterteilen sich folgendermaßen.

Pflegegrade Beispiel

Also berechnet man:

Bereichnung Pflegeschlüssel

Somit können wir für den Wohnbereich 11,78 VB (Vollzeitbeschäftigte) erwarten. Zu beachten ist, dass es sich dabei um die Bruttoarbeitszeit handelt. In diesen 11,78 VB sind daher auch Urlaub, Krankheit und Zeiten für Fortbildungen bereits enthalten!

Die Personalausstattung sieht wie folgt aus.

Pflegeplanung mit Personalschlüssel

Abhängig vom Bundesland (z.B. Bayern) ist in dieser Berechnung die Pflegedienstleitung und der Soziale Dienst anteilig einzubeziehen. Dies ist in den jeweiligen Rahmenverträgen nach §75 SGB XI auf Landesebene geregelt.

Gleiches gilt unter Umständen für externe Dienstleistungen, wenn zum Beispiel die Medikamente durch eine Apotheke gestellt oder verblistert werden, so werden die Kosten für diese Leistungen auf den Personalschlüssel umgerechnet.

Sie suchen einen neuen oder besseren Job in der Pflege – hier finden Sie ihn!

 

 

Personalschlüssel Altenpflege – schwer zu kalkulieren?

Das Betriebsergebnis eines Pflegeheims lässt sich durch zwei Faktoren beeinflussen

  • Pflegegrade – je höher der Pflegegrad, desto mehr Geld wird eingenommen
  • Belegung – für jeden Tag, den ein Zimmer leer steht, erhält die Einrichtung kein Geld

Beide Faktoren bestimmen demnach auch, wieviel Geld für Personalkosten zur Verfügung steht. Das erschwert zusätzlich eine zuverlässige Personalplanung. Hat die Einrichtung heute noch eine Auslastung von 100%, das bedeutet, alle zur Verfügung stehenden Pflegeplätze sind belegt, kann sich das natürlich jederzeit ändern.

So makaber es auch klingt: Verstirbt ein Bewohner mit dem Pflegegrad 5, zieht häufig ein Bewohner mit einem geringeren Pflegegrad ein. Um das zu kalkulieren, müssen meist Statistiken der vergangenen Jahre bemüht werden. Doch das bietet keine volle Garantie. Daher bleiben viele Einrichtung immer ein wenig unter dem ausgehandelten Personalschlüssel. So soll vermieden werden, dass im schlimmsten Fall Mitarbeiter gekündigt werden müssen, oder Verträge nicht verlängert werden können.

Bleiben Pflegegrade und Belegung stabil, so steht am Ende ein „Plus“ auf der Einnahmen-Seite. Viele Einrichtung nutzen dieses „Plus“ zur Auszahlung von Mehrarbeitsstunden. Oft, leider nur ein geringer Trost. Sollten